29. März 2014

WUNDERRRBAAARRR: MEIN STRAND. AHA!

KURIOSES | ERSTAUNLICHES | WISSENSWERTES | ERLEBTES | BANALES | BEMERKENSWERTES | VÖLLIG UNNÜTZES | AHA!

Oder: was mir hier in Thailand so begegnet

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«Mein» Strand morgens um Acht, vom «Haadson» aus Richtung Süden gesehen













Ganz bewusst
schreibe ich MEIN Strand! Es ist der nächst gelegene von meinem Haus. Knapp zwei Kilometer von mir entfernt, erstreckt er sich nördlich von meinem Wohnort «Pakwip» so weit das Auge reicht (bzw. bis zum Cape «Thap Tawan»), ganz ohne grosse Hotels, ausgenommen das kleine «Bangsak Village» und das «Haadson» Beach Resort. Weiter nördlich auch das «Graceland» (ich nenne es nicht «Gräiss-länd» sondern «Gräss-lich»), aber das liegt ausserhalb meines Radius’.

Der Strand zwischen
Pakwip und Cape Thap Tawan
Die Stecknadel markiert mein Haus
Das bedeutet auch:
dieser Strand ist menschenleer, abgesehen von ein paar wenigen Touristen, die sich vom Frühstücksbuffet losgerissen haben, denn am Morgen ist es hier am schönsten.

Hier laufe ich
eine Stunde, etwa fünf Kilometer, im samtweichen Sand, die Füsse ab und zu von den auslaufenden Wellen umspült. Joggen überlasse ich gerne jenen, die mir mit verbissenem Gesichtsausdruck manchmal entgegen rennen, den hochroten Kopf zugedröhnt mit Musik aus dem iPod oder dem SmartPhone, die selbstverständlich auch am Strand dabei sein müssen. Aber wie gesagt, Begegnungen sind eigentlich die Ausnahme, selbst in der Hochsaison.

Vor dem «Bangsak Village»
kehrt ein Mann Strandgut zusammen: ein Stück blaues Tau, Plastikbecher, -säcke und -flaschen, Seetang und kleine Äste, ein Stück grün-rotes Seil, was das Meer halt so anspült.
Anderntags sehe ich den Mann erneut: Becher, Flaschen, Tüten, blaues und grün-rotes Seil. Hä? Ja, tatsächlich: das selbe wie gestern. Auf dem Rückweg sehe ich auch, warum: er kippt das gesammelte Strandgut einfach 50 Meter neben dem Resort in den Sand. Die nächste Flut holt alles zurück ins Meer und die übernächste spült es wieder an Land. Der merkt das wohl nicht – oder etwa doch? Vielleicht ist er schlauer, als ich denke: so lange es was einzusammeln gibt, behält er wahrscheinlich seinen Job!

Das Meer
präsentiert sich – je nach Tageszeit und Sonnenstand – in den herrlichsten Schattierungen von Azurblau über Türkis, von Stahlblau bis Grün. Am Morgen ist die Wasseroberfläche von einem matten Blau, nachmittags funkelt und gleisst sie im Sonnenlicht: Glitzerstunde!

Die Gezeiten
bestimmen meinen Strandlauf, denn bei Ebbe ist der Sand flach. Die Gezeiten werden von der Anziehungskraft zwischen Erde, Mond und Sonne beeinflusst. Die Dauer einer Periode beträgt etwas mehr als eine halbe Erdumdrehung (nämlich etwa 12 Stunden und 25 Minuten), deshalb verschiebt sich der Zeitpunkt von Ebbe und Flut dauernd und man benötigt einen Tiden-Kalender. Etwa zwei Stunden vor bis zwei nach dem Niedrigwasserstand ist der Sand fest, aber trotzdem unter den Füssen wie ein Perserteppich. Der Niedrigwasserstand kann von 0.10 bis 1.30 Meter variieren (bezogen auf den Null-Meter), die Differenz zwischen Ebbe und Flut kann bis zu 2.50 Meter betragen.

Diesen Marsch
mache ich nach Möglichkeit mehrmals die Woche und die Belohnung dafür ist eigentlich der Strandlauf selbst. Aber ich kann das natürlich mit einem Bad im Meer noch toppen!

Im Wasser singe ich ganz laut:
«Wunderrrbaaarrr, wunderrrbaaarrr,
eine Kuh mit Pferdehaar...»

Richtig heisst es ja «diese Nacht so sternenklar», aber jetzt ist Tag und nicht Nacht. Und als Zarah Leander dieses Lied 1952 sang, war ich ja noch gar nicht auf der Welt.
Jedenfalls singe ich das laut, weil ausser mir keine Menschenseele am Strand ist!



Mehr über das Phänomen der Gezeiten hier!


24. März 2014

PICKLES #1: KAROTTEN&GURKEN

Karotten-Gurken-Röllchen
In früheren Zeiten
war eingelegtes Gemüse eine der wenigen Konservierungs-möglichkeiten, heute werden Pickles wohl eher zubereitet, weil sie ganz einfach lecker sind.

Ich bevorzuge
eine ganz einfache Methode mit nur wenig Essig, ich mag es nicht gar zu sauer.

Bereits nach zwei Tagen
sind nachstehend rezeptierte Pickles durchgezogen. Am besten schmecken sie (mir) mit oder auf einem Butterbrot, passen aber auch zu Raclette, kaltem Braten, Salaten und – die gerollte Variante – zum Apéro.


Gerollte Variante, etwas aufwändiger:


KAROTTEN-GURKEN-RÖLLCHEN

für ca. 30 Stück

1 grosse Karotte, ca. 250 g
     schälen, längs in ca. 1 mm dicke Scheiben hobeln. In einer Schüssel mit kochendem Wasser übergiessen, 2 Minuten ziehen lassen. Gut abtropfen lassen.

1 EL Salz
2 Freilandgurken à ca. 150 g

     schälen, längs jeweils von zwei Seiten lediglich bis zu den Kernen ebenfalls in ca. 1 mm dicke Scheiben hobeln. Mit dem Salz mischen und 20 Minuten ziehen lassen. In einem Sieb mit kaltem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen.

2 Knoblauchzehen
     längs hobeln oder in nicht zu dünne Stifte schneiden.

     Eine Karottenscheibe mit einer etwas kürzeren Gurkenscheibe und einem Knoblauchscheibchen belegen. Von der Karottenspitze her aufrollen, in ein (Einmach-)Glas von ca. 650 ml Inhalt stapeln.

225 ml Wasser
100 ml Obst- oder Weissweinessig
1 EL + 1 TL Zucker (15 g)
1 TL Salz
2 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Koriandersamen
1 rote Chilischote, frisch oder getrocknet (nach Belieben)

     zusammen erhitzen und einige Minuten kochen lassen. Chilischote eventuell entfernen, Essig-Gewürz-Mischung heiss über das Gemüse giessen, so dass es vollständig bedeckt ist. Verschliessen und im Kühlschrank 2 Tage ziehen lassen.

Zum Servieren die Röllchen vorsichtig aus der Flüssigkeit heben und mit Zahnstochern fixieren. Nach Belieben mit etwas Koriandergrün garnieren.

Haltbarkeit: gekühlt 3 Monate

wenig scharf

Tipp: mit einem verstellbaren Gemüse- oder dem Trüffelhobel, oder mit der Aufschnittmaschine gelingt das Hobeln am besten.
Falls die Karottenscheiben dicker ausfallen, müssen sie etwas länger im heissen Wasser ziehen.


Einfache Variante, schnell gemacht:


GURKEN-KAROTTEN-PICKLES

für ein 1-Liter-Gefäss

1 EL Salz
300 g kleine Freilandgurken
     ungeschält in 1 cm dicke Scheiben schneiden (nach Belieben mit einem Wellenschneider). Mit dem Salz mischen und 20 Minuten ziehen lassen. In einem Sieb mit kaltem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen.

150 g Schalotten
200 g Karotten

     Schalotten in feine Ringe hobeln, Karotten in zündholzfeine Streifen schneiden. Beides in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergiessen, 2 Minuten ziehen lassen und gut abtropfen lassen.

2 Knoblauchzehen, in feinen Scheibchen
1/2 EL frische, grüne Pfefferkörner (nach Belieben)
4 kleine Lorbeerblätter

     Den Boden eines 1 L Einmachglases (eine Kühlschrankbox tut's auch) mit Gurkenscheiben belegen. Ein paar Knoblauchscheibchen, Pfefferkörner und ein Lorbeerblatt darauf legen und mit einer Schicht Schalotten-Karotten-Mischung locker bedecken. Fortfahren, bis alles Gemüse aufgebraucht ist.

375 ml Wasser
175 ml Obst- oder Weissweinessig
2 EL Zucker
1/2 EL Salz
1 rote Chilischote, frisch oder getrocknet (nach Belieben)

     zusammen erhitzen und einige Minuten kochen lassen. Chilischote eventuell entfernen, Essig-Gewürz-Mischung heiss über das Gemüse giessen, so dass es vollständig bedeckt ist. Verschliessen und im Kühlschrank 2 Tage ziehen lassen.

Haltbarkeit: gekühlt 3 Monate

wenig scharf

Wichtig: Pickles stets mit einer sauberen Gabel aus dem Glas nehmen, nie mit den Fingern!




18. März 2014

COCKTAILSTUNDE #1: GINGER

L’heure bleue
Als «blaue Stunde» wird die Zeit in der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit bezeichnet: die ideale Cocktailstunde!

Auf diesen Seiten möchte ich ein paar neue Cocktails und erfrischende Longdrinks mit und auch ohne Alkohol vorstellen, die man sonst nirgendwo findet.

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Whisky sour
zählt zu den klassischen Cocktails. Wenn er mit Bourbon gemixt wird, kommen dafür so genannte «Tennessee Whiskeys» wie z.B. «Jim Beam», «Jack Daniels» oder «Four Roses» in Frage. Die saure Komponente liefert die Zitrone, Zucker spielt in einem Whiskey sour ebenfalls eine Rolle.

Aber warum
dem Zucker nicht mal ein Aroma verpassen?
Ich habe eine Methode entdeckt, mit der man auf einfachste Weise hocharomatischen Sirup in kleinen Mengen für Cocktails herstellen kann. Ohne kochen, abschäumen und filtrieren!


BOURBON-GINGER sour

[COCKTAIL]
für 1 Cocktail

Whisky Tumbler
eine grosse Eiskugel*

     hineingeben, oder das Glas gut zur Hälfte mit Eiswürfeln füllen.
Limettenschnitz
     auf den Rand stecken.

4 cl Bourbon Whiskey
2 cl Ingwersirup (siehe unten)
1 cl Limettensaft (Limettenpresse!)

     im Cocktailshaker mit Eis ca. 15 Sekunden schütteln, in das vorbereitete Glas seihen.

Trinkhalm
* Eiskugel: Information siehe hier!


GINGER BEER

[RADLER]
für 1 Glas

Pilsener-Glas, ca. 250 ml
15 cl helles Bier
2 cl Ingwersirup (siehe unten)

     in das Glas geben.

Sodawasser
     auffüllen.


Alkoholfrei:

INGWERLIMONADE

[alkoholfreier LONGDRINK]
für 1 Glas

Longdrink-Glas, ca. 250 ml
     zur Hälfte mit Eis füllen.

4 cl Ingwersirup (siehe unten)
2 cl Limettensaft (Limettenpresse!)

     in das vorbereitete Glas geben.

Sodawasser
     auffüllen.

Trinkhalm


INGWERSIRUP

ca. 110 g, 8 cl
für 4 Cocktails, 4 Ginger Beer oder 2 Limonaden

100 g möglichst junger Ingwer
100 g Demerara-Zucker (grober Rohrzucker)

     Ingwer in Julienne schneiden, mit dem Zucker in einen Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss geben, gut mischen und möglichst ohne Luft verschliessen. Auf dem Küchentresen über Nacht ziehen lassen.

     Vom Beutel eine ganz kleine Ecke wegschneiden, Sirup abtropfen lassen.
     Bis zur Verwendung kühl stellen, hält sich im Kühlschrank ein paar Tage; in einer kleinen PET-Flasche eingefroren mehrere Wochen (Eiswürfelbehälter nicht geeignet: Sirup wird nicht fest).

Tipp: Verwertung der verbleibenden Ingwer-Julienne siehe hier!


Weitere Cocktails:
Basilikum-Martini
Cucumber Collins
Pakwip Welcome Drink (Cream Cocktail)
Prosecco-Pomodoro (Champagner Cocktail)

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It’s a MUST:
  • Gläser inklusive Garnitur bereitstellen
  • alle Zutaten genau abmessen
  • rasch arbeiten
  • sofort servieren

Die Mengen
Bei Mixgetränken wird in cl = Centiliter gemessen.
1 cl = 10 ml = ca. 10 g, 10 cl = 1 dl
Als Messbecher sind Einheiten von 2 und 4 cl üblich.
Für den Hausgebrauch gibt es doppelseitige Messbecher mit 2 und 4 cl (links). Sehr praktisch sind die Einzelmasse (ebenfalls 2 und 4 cl), sie können über den Shaker oder ein Glas gelegt, gefüllt und dann gekippt werden (im Bild Mitte und rechts).



16. März 2014

TURN TO OPEN. AHA!

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Oder: was mir hier in Thailand so begegnet

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easy peel???
«Easy peel»
steht am Rand der Folie von einem Stück eingeschweisstem Käse, was soviel bedeuten soll: HIER kann man die zwei Folien leicht voneinander trennen und so die Packung öffnen.
Aber «easy» ist die Sache nicht und «peelen» kann ich die Folien erst, nachdem ich die Brille aufgesetzt und ein spitzes Messerchen zur Hand genommen habe.

<= zu / auf =>
heisst es auf dem Schraubdeckel eines Konfitürenglases. Als wenn nicht jedes Kind wüsste, dass eine Schraube, ein Wasserhahn oder eben ein Schraubverschluss im Uhrzeigersinn geschlossen und in der Gegenrichtung geöffnet werden. Aber in der heutigen Zeit der Digitalisierung wissen womöglich nicht mehr alle, in welcher Richtung die Zeiger einer analogen Uhr laufen...

«Turn to open»
ist eine ebenso häufige Anweisung auf Schraubverschlüssen. Ja, wie denn sonst? Ein Loch in den Deckel bohren?!

Die Halb- und Viertelsätzchen
auf Gläsern, Flaschen, Tetrapackungen, Beuteln und anderen Packstoffen unserer Konsumgesellschaft besitzen eine ganz eigenwillige Poesie. Die meisten davon sind eher überflüssig.

Wenn auf dem Glas
mit grüner Olivenpaste neben den abgebildeten (grünen!) Oliven «aus grünen Oliven» steht, mag das möglicherweise für Farbenblinde ein Vorteil sein – ich jedenfalls fühle mich schon fast verarscht.

Kaum zu glauben,
aber auf einer anderen Flasche lese ich doch tatsächlich «vor Gebrauch Verschluss öffnen». Dafür ist das Finden des Verfalldatums ein Unterfangen. «Haltbar bis: siehe Garantiesiegel», steht auf dem Etikett. Das Garantiesiegel bestand aus einer transparenten Folie, die ich längst entfernt und bereits entsorgt habe, bevor ich mich am Inhalt gütlich tun konnte.

«Verkleb und tropf»
müsste es auf dem Schnappverschluss einer Tetrapackung UHT-Rahm besser heissen, anstelle von «Hier öffnen»!

Wir Konsumenten
sind anscheinend wirklich die grössten Idioten, wenn es darum geht, eine Packung zu öffnen. Kaum eine Perforation, wo nicht zusätzlich «hier abtrennen» steht. Wem eine gestrichelte Linie mit einer abgebildeten Schere nicht auf die Sprünge hilft, kann bestimmt darunter «hier aufschneiden» lesen.

Das alles
kann aber noch getoppt werden!
Auf einer Cornflakes Packung lese ich (zusätzlich neben entsprechenden Zeichnungen):
  1. Cornflakes in eine Schüssel geben.
  2. Milch dazugiessen.
  3. Fertig!

Na dann: Mahlzeit!





11. März 2014

PAPAYA

In meinem Garten
stehen fünf Papayabäume, vielleicht sind es auch sechs. Alle sind aus Papayakernen gewachsen, und zwar dort, wo damals die Hausbau-Equipe ihre Rüstabfälle rund um ihr provisorisches Camp zufällig entsorgt hat.

Malakow*
ist die thailändische Bezeichnung für Papaya. Der Name hat nichts mit der Eroberung der Halbinsel Krim zu tun, auch besteht er lange vor dem massigen Auftreten russischer Touristen in Thailand.

Vom kleinen
meterhohen Pflänzchen bis zum stattlichen drei-Meter-Baum gibt es alle Stadien, die grössten von ihnen tragen Früchte, die – eine nach der anderen – reif werden.

So kommen Papayas
direkt vom Baum auf meinen Frühstückstisch. Halbiert, die Kerne entfernt und das Fruchtfleisch mit etwas Limettensaft beträufelt: so schmecken sie herrlich frisch.

Manchmal
darf eine Papaya aber auch in einem leckeren Salätlein mitspielen:


PAPAYA-GURKEN-SALAT mit Rohschinken

2 Portionen als Vorspeise
1 Portion als leichte Mahlzeit


Einkaufsliste zum Ausdrucken

1 Schalotte (20 g), in Lamellen
Salz
     mit den Fingern gut mischen, 15 Minuten stehen lassen.
     In einem Sieb abspülen, ausdrücken.

50 ml Orangensaft (ca. 1/2 Orange)
     aufkochen, auf die Hälfte reduzieren.

1 EL Marsala
     mit den Schalotten beigeben und 2–3 Minuten zugedeckt köcheln. Auskühlen lassen.

150 g Salatgurke
     schälen, entkernen (=75 g), in feine, lange Streifen hobeln.

Salz
     mit den Gurken mischen, 15 Minuten stehen lassen.
     In einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen.

200 g reife Papaya
     schälen, entkernen (=150 g), in feine Streifen hobeln.
     Mit den Gurkenstreifen und den Schalotten mischen.

1 EL Rotweinessig
Salz, Pfeffer aus der Mühle
wenig Cayenne (Chili-Pulver)
2 EL Olivenöl

     verquirlen, dazugeben, mischen und kurz ziehen lassen.

     Den Salat auf tiefen Tellern anrichten.

60 g Rohschinken, hauchdünn aufgeschnitten 
     Tranchen eventuell halbieren, dekorativ dazulegen.

1 Zweig Basilikum
     abgezupfte Blättchen in feine Streifen schneiden, darüber streuen.

Mit knusprigem Baguette servieren!

nicht scharf

Tipp: statt Papaya würde auch eine aromatische Cavaillon-Melone passen. Aber die gibt’s hier nicht. Jedenfalls nicht so aromatisch, wie ich das von einer Melone erwarte...

Dieser Salat hat nichts mit «som tam», dem thailändischen Papayasalat aus grüner Gemüsepapaya zu tun.

* sprich: ma-la-kᴐᴐ (ᴐ = offenes o, wie in Hochdeutsch «toll», oder CH-deutsch «Obed»)



6. März 2014

KHI-MAO

«Khi» auf Thai, als Adjektiv* verwendet, weist auf eine wenig schmeichelhafte Eigenschaft hin. «Mao» bedeutet «betrunken». Mit «khi-mao» meint man «besoffen», oder «völlig betrunken» sein.

Mit im Spiel
ist auf jeden Fall Alkohol. Im kulinarischen Bereich ist «khi-mao» jedoch eher scherzhaft oder allegorisch gemeint: so wie wir in der Schweiz «bsoffni Öpfel» (geschmorte Äpfel mit Calvados) kennen, werden hier in Thailand verschiedene, mit etwas Alkohol zubereitete Gerichte bezeichnet. Sturzbetrunken wird man davon nicht!

Thai Whisky «Mekhong»
Der Zusatz «khi-mao»
kann aber auch Zubereitungen bezeichnen, in denen kein Alkohol enthalten ist. Gemeint sind in diesem Fall Snacks (etwa wie in Spanien Tapas), die salzig-würzig in einer Bar gereicht werden. Mit Alkohol hat dies gleichwohl zu tun: damit soll der Getränke-Konsum gesteigert werden!

Thai Whisky
muss eigentlich eher als Rum bezeichnet werden, denn der Schnaps wird zu 95 Prozent aus Zuckerrohr und einem Anteil von fünf Prozent Reis hergestellt. Marktführer ist «Mekhong» (35 Vol-%), gefolgt von «Sang Som» (40 Vol-%) und «Hong Thong» (35 Vol-%).

Ob zum Kochen
einer dieser Thai Whiskys oder eine andere Spirituose verwendet wird, ist Geschmackssache. Für nachstehendes Rezept bevorzuge ich Bourbon Whiskey, der diese Zubereitung harmonisch abrundet.


GEFLÜGELSTREIFEN MIT WHISKY und Gemüse


gai phat khi-mao
nachempfundenes Thai-Gericht
1 Portion, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1/2–1 TL rote Curry-Paste (oder Panäng Curry-Paste)
1 TL «Golden Mountain» Seasoning Sauce
     mischen.

150 g Pouletbrust, in Streifen
1 Schalotte, Lamellen
Die Würz-Zutaten
1 Knoblauchzehe, in Stiften
1 St. Zitronengras, in feinen Scheibchen
     beigeben, alles gut mischen.

1 EL Hoisin Sauce
1 EL Tomaten-Ketchup
2 EL Bourbon Whiskey
     separat mischen, beiseite stellen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

1 EL Reisöl
     Fleischmischung bei guter Hitze anbraten.

50 ml Wasser
1/4 Würfel Geflügelbouillon
     ablöschen.

50 g Kefen, schräg in Stücke geschnitten
4 Shiitake Pilze, in Scheiben

     beigeben, unter Wenden so lange dünsten, bis fast alle Flüssigkeit eingekocht ist.
     Vorbereitete Hoisin-Mischung beigeben.

schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Sojasauce (eventuell)

     abschmecken.

Mit Jasminreis und – bei mehreren Personen – mit weiteren Thai-Gerichten servieren.

mittelscharf (die Schärfe hängt von Art und Menge der verwendeten Curry-Paste ab!)

Tipp: Anstelle von Kefen und Pilzen können auch Peperonistreifen, Spargelstücke (mitbraten!), blanchierte Blumenkohl-/Broccoliröschen oder Karotten-Julienne verwendet werden.

* «Khi» als Substantiv gebraucht, bedeutet wörtlich und ganz vulgär «Scheisse». Mit «khi-nüa» ist also (für uns nicht ganz so vulgär) Kuhmist gemeint, mit «khi-yaang» der fest gewordene Saft von Kautschukbäumen, der nun wahrhaftig wie Sch… riecht.




2. März 2014

IN UMIDO ...

... steht für eine Zubereitungsart und bedeutet in etwa «geschmort im eigenen Saft».

Bei nachstehender Zubereitung
mit einem Kaninchenschenkel ist der Saft frischer Tomaten beteiligt, der sich mit Hilfe von wenig Alkohol (Weisswein), Säure (Zitronensaft) und Olivenöl zu einer sämigen Sauce verbindet. Es handelt sich um ein traditionelles Rezept aus Ligurien, Italien.

Was würde
dazu besser passen, als eine Polenta?!
Damit meine ich natürlich eine «richtige», und nicht diese «Maispampe-in-zehn-Minuten»-Geschichte.
Naturbelassener, nicht vorbehandelter Maisgriess hat allerdings die Vorliebe, sich beim Kochen am Boden der Pfanne festzusetzen, weshalb gerührt werden muss. Fleissig, aber nicht dauernd. Und dieser kleine Aufwand lohnt sich: wer eine Polenta einmal gemäss nachstehender Anleitung aus grob gemahlenem «Bramata»-Mais zubereitet hat, wird sie nie mehr anders geniessen wollen!


CONIGLIO IN UMIDO

Geschmorte Kaninchenschenkel
2 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1/2 Zitrone, Schale und Saft
50 ml Weisswein
2 EL Olivenöl
1 Rosmarinzweig
1 Knoblauchzehe, in Scheibchen

     Zitronenschale fein abreiben, Saft auspressen, mit den weiteren Zutaten zu einer Marinade mischen.

2 Kaninchenschenkel à ca. 200 g
     unter fliessendem, kaltem Wasser gut waschen. Trocknen und zusammen mit der Marinade in einen Gefrierbeutel geben, möglichst ohne Luft verschliessen. Im Kühlschrank mindestens 2 Stunden (besser über Nacht) marinieren lassen.

Marinieren im Gefrierbeutel
250 g Tomaten
     kreuzweise einschneiden, in kochendes Wasser tauchen bis sich die Haut zu lösen beginnt, kalt abschrecken, schälen, würfeln.

1 EL Pinienkerne
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten.

50 g schwarze Oliven, entsteint
     vierteln.

2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     Fleisch aus der Marinade heben, trocken tupfen. Im mässig heissen Öl rundum anbraten, dabei ab und zu begiessen, würzen. Mit der Marinade ablöschen, Knoblauch und Rosmarin beigeben, etwas einkochen lassen. Tomaten und Oliven dazugeben, Hitze reduzieren und auf kleinstem Feuer halb zugedeckt 25–30 Minuten schmoren. Die Schenkel ab und zu wenden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
     Anrichten, die Pinienkerne darüber streuen und mit Polenta servieren.

nicht scharf

Tipp: dazu passt ebenfalls Pasta oder Risotto.


POLENTA

2–3 Portionen als Beilage

350 ml Gemüsebouillon
300 ml Milch
wenig Muskatnuss, gerieben
wenig Salz

     aufkochen.
Bramata, grober Maisgriess
125 g Bramata (Maisgriess grob)
     einstreuen, auf kleinem Feuer unter fleissigem Rühren ca. 25 Minuten leise köcheln, aber keinesfalls zu dick werden lassen.

25 g Butter
25 g Parmesan, gerieben
1 EL Grappa (nach Belieben)

     unter die Polenta mischen und zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen (am besten im Ofen bei 80 °C).



Tipp: Bei mehreren Personen sämtliche Zutaten von beiden Zubereitungen beliebig vervielfachen.

In eigener Sache: auf dem Bild ist natürlich unschwer erkennbar, dass hier nicht der Hase im Pfeffer (bzw. auf dem Teller) liegt, sondern ein Huhn. In Thailand sehe ich Hasen immer nur als Kuscheltiere für Kinder, nie auf der Fleischbank. Also bereite ich dieses leckere Gericht eben mit Hähnchenschenkeln zu, denen ich die Haut abgezogen habe.