29. November 2014

BALSAMICO-GEMÜSE TRIFFT MORTADELLA

Im Bericht
«Reise in die Champagne» auf Sabines Blog «...Bonjour Alsace» ist mir das Bild einer Vorspeise sofort ins Auge gesprungen: Mortadella mit Balsamico-Gemüse. Logischerweise ohne Rezept, weil in einem Restaurant in Villemoyenne genossen.
so angerichtet im «La parentèle», Villemoyenne (FR)
«Unter diesen hauchdünnen Mortadella-Scheiben verstecken sich in Balsamico gebratene mediterrane, lauwarme Gemüse, dazu Hobel von jungem Parmesan»
beschreibt Sabine diese delikate Vorspeise.

Das Gemüse ist – eben weil auf dem Bild versteckt – lediglich zu erahnen. Ich sehe es trotzdem: vor meinem geistigen Auge, und denke, dass eigentlich jede Art von Gemüse so zubereitet werden kann. Auberginen (mediterran) hatte ich gestern schon, Rucola gab’s nicht auf dem Markt, deshalb verwende ich Basilikum.

Mortadella
kann mich stets begeistern, sofern sie wirklich hauchdünn aufgeschnitten ist. Und das Gemüse braucht sich keineswegs zu verstecken – ganz im Gegenteil!


BALSAMICO-GEMÜSE MIT MORTADELLA

4 Portionen als Vorspeise
2 Portionen als kleine Mahlzeit


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150 g Gemüse, (geschnitten), [in Salzwasser blanchiert]:
- Blumenkohl, (kleine Röschen), [2 Min.]
- Karotten (Scheibchen/Dreiecke), [1 Min.]
- Kefen (schräg halbiert), [1 Min.]

     rüsten, blanchieren, in Eiswasser abschrecken.

1/2 gelbe Peperoni (Gemüsepaprika)
     mit der Ofenmethode schälen (siehe Peperoni schälen), in Rauten schneiden.

1 roter Peperoncino (Spitzpaprika)
     in Streifen schneiden.

3 EL Olivenöl
    blanchiertes, gut abgetropftes Gemüse in 1 EL Öl sautieren, bis es leicht Farbe angenommen hat, herausnehmen, beiseite stellen.

50 g Cherry-, bzw. Datteltomaten
     etwa 2 Minuten bei guter Hitze sautieren, zum Gemüse geben.

1 Schalotte, in Lamellen
1 Knoblauchzehe, in feine Scheibchen (Trüffelhobel!)
50 g kleine Pilze, z.B. Enoki, Kräuterseitlinge
1 Chilischote, aufgeschlitzt
6 schwarze Oliven, in Streifen
wenig Thymian

     im restlichen Öl anziehen. Peperoni, Gemüse und Peperoncini-Streifen beigeben.

2 EL Aceto balsamico rosso
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     dazugeben, kurz köcheln lassen, würzen. Chilischote entfernen.
     Auf 2 (bzw. 4) Tellern anrichten.

100 g Mortadella, hauchdünn aufgeschnitten
ein paar Blättchen Basilikum [oder Rucola]
     dekorativ dazu legen.

Parmesan am Stück
     mit dem Sparschäler dünne Locken abziehen und darüber verteilen.

schwarzer Pfeffer aus der Mühle, grob gemahlen
darüber streuen.

Mit knusprigem Baguette servieren.

wenig scharf

Tipp: die ganze Peperoni schälen, denn die verbleibende Hälfte kann, in Streifen geschnitten, einen Salat aufpeppen, eine Pizza bereichern oder einer Sauce beigefügt werden.

Anmerkung vom Basler Dybli: wer Mortadella nicht so gerne mag, kann auch Prosciutto cotto (gekochten Schinken) verwenden!



25. November 2014

DER VERBORGENE PILZ

Reisstrohpilze, «hed faang»
Als unscheinbare Knolle
liegt er neben anderen Pilzen in der Auslage auf dem Markt. Die «anderen» sind leicht als Pilze zu erkennen: sie tragen Hüte.
Ganz anders die unscheinbaren Knollen, die wie helle, kleine Kartoffeln aussehen. Ihren Hut – den sie sehr wohl ebenfalls tragen – sieht man erst, wenn man die Knolle aufschneidet.

Der Reisstrohpilz
versteckt sich also ein bisschen. Zumindest wenn er frisch auf dem Markt angeboten wird. Nach kurzer Zeit öffnet er nämlich seine Kapuze und sieht dann wie ein richtiger Pilz mit Stiel und Hut aus. So will ihn aber niemand mehr kaufen.

In der Dose
sind Reisstrohpilze natürlich auch erhältlich. Meist als gaaaanz kleine Pilzlein und natürlich haben sich diese längst geöffnet. Also irgendwie kein Vergleich zu den frisch erhältlichen.

Die Auswahl
an Pilzen ist gross, auch in Thailand werden sie sehr geschätzt. In der Regel sind Zuchtpilze wie Shiitake, Kräuterseitlinge, Wolkenohren-, Austernpilze und Enoki stets im Angebot. Und eben die seltsamen «hed faang», wie die Reisstrohpilze auf Thai heissen.



ROTES CURRY MIT PILZEN

แกงเผ็ดเห็ด gäng phet hed
2 Portionen, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren

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30 g Erdnüsse, roh
wenig Reisöl

     zu goldbrauner Farbe rösten. Im Mörser grob zerstossen (siehe auch Tipp).

250 ml Kokosmilch


1/2–3/4 EL Curry-Paste «gäng khuaa» (oder rote Curry-Paste)

1/2 Würfel Pilzbouillon
2 Kaffirlimettenblätter, in Stücke gerissen

     50 ml Kokosmilch bei mittlerer Hitze fast völlig einkochen. Paste beigeben, dünsten, bis sie zu duften beginnt.
     Restliche Kokosmilch, Bouillonwürfel und Limettenblätter beifügen, aufkochen.

Reisstrohpilze, Austernseitlinge, 
Kaffirlimettenblätter und Peperoncini
200 g gemischte Pilze: Reisstrohpilze («hed faang», nur wenn frisch verfügbar, nicht aus der Dose), Shiitake, Kräuter- oder Austernseitlinge, auch Champignons usw.
     vierteln oder in Scheiben schneiden, Pilzhüte mit Lamellen in Streifen reissen.
     Dazugeben, köcheln bis die Pilze gar sind.

1 roter Peperoncino (Spitzpaprika)
1 grüner Peperoncino

     schräg in feine Scheiben schneiden (lose Samen abschütteln), beigeben. Nur kurz weiter köcheln lassen, die Peperoncini sollen knackig bleiben.

wenig Fischsauce oder Sojasauce
wenig Palmzuckersirup (oder Zucker)

     beigeben, abschmecken.
     Anrichten und mit ein paar zurückbehaltenen Peperoncino-Scheibchen und den Erdnüssen bestreuen.

Mit Jasminreis servieren.

mittelscharf Die Schärfe hängt von Art und Menge der verwendeten Curry-Paste ab!

Tipp: Erdnüsse nach dem Rösten aus der Pfanne heben und in den mit einem Blatt Küchenpapier ausgelegten Mörser geben. Im Papier hin und her rollen, damit überschüssiges Öl aufgenommen wird. Papier entfernen, Nüsse grob zerstossen.


23. November 2014

NEU GEFUNDEN

Erfunden
hat es in den 1970-er Jahren das Rezept-Autoren-Team von Betty Bossi.

Das «Party-Filet»
wurde in dieser Zeit bei jeder Einladung gereicht und schlug ein, wie eine Bombe. Es war schlichtweg DAS Gericht zum Vorbereiten und ausserdem multiplizierbar für eine beinahe unbegrenzte Gästezahl – Schranken setzt nur die Grösse der verwendeten Gratinform.

Dieses Gericht
traf den Geschmack des damaligen Zeitgeistes und das Verlangen der nach neuen Rezepten gierenden Hausfrauen voll und ganz.
Es war ganz einfach, und deshalb einfach genial!

Neu gefunden –
oder auch «empfunden» – habe ich das legendäre Gericht schon vor ein paar Jahren, als ich von Freunden gebeten wurde, etwas typisch schweizerisches für sie zu kochen.
«Züri-Gschnätzlets mit Röschti» habe ich dafür vorgesehen, nach einem Riesling-Süppchen mit Einlage und vor einer Portion «Merängge» (Baisers) mit Schlagrahm und Glacé.
Der bevorstehende Event sprach sich herum und die steigende Gästezahl sprengte plötzlich meine Möglichkeiten der Rösti-Zubereitung.
Das «Party-Filet» von Frau Bossi kam mir in den Sinn. Das entsprechende Kochbuch hatte ich zwar nicht mehr, konnte mir das Rezept jedoch in etwa zusammenreimen.
Und so gab es eben «Filetmédaillons aus dem Ofen» mit Pasta (Ehrensache: selbst gemachte Tagliatelle).

Alle waren
restlos begeistert und eine Gästin glaubte, sich zu erinnern, so etwas schon einmal gegessen zu haben – also typisch schweizerisch...


FILETMÉDAILLONS aus dem Ofen

Party-Filet «my Style»
4 Portionen als Hauptgericht

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500–600 g Schweinsfilet aus der Mitte (damit man schöne Tranchen schneiden kann!)
Gewürzsalz
Paprikapulver

     Fleisch in 12 ca. 2 cm dicke Tranchen schneiden, würzen.

Alles zum Vorbereiten!
6 Tr. Frühstücksspeck
     längs halbieren, um die Filetstücke rollen. In eine geölte Gratinform setzen.

Butterflocken
     darauf verteilen.
     Bei 200 °C 10 Minuten garen.

1 Schalotte, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
50 g Cherrytomaten, gewürfelt
6 schwarze Oliven, Brunoise
2–3 Rispen grüner Pfeffer (nach Belieben)
1 EL Reisöl

     mischen, über und neben dem Fleisch verteilen.
     Weitere 10 Minuten garen.

Sauce:
200 ml Rahm (oder Kokoscrème)
2 EL Ketchup
2 EL Cognac (oder Brandy)
2 TL Senf
1/2 TL Paprikapulver
1/2 TL Salz

     mischen, über alles verteilen.
     Weitere 5–6 Minuten garen.

Mit Pasta oder Reis servieren.

wenig scharf (grüner Pfeffer)

Vorbereiten: alle Zutaten können vorbereitet bzw. bereitgestellt werden. Vorbereitetes Fleisch mit Klarsichtfolie zugedeckt bis zu 30 Minuten zugedeckt bei Küchentemperatur stehen lassen, länger im Kühlschrank. 1 Stunde vor dem Fertigstellen aus dem Kühlschrank nehmen.

Bei mehreren Personen
Mengen beliebig vervielfachen, ausser die Sauce:
6–8 Personen: Saucenzutaten mal 1,5
10–12 Personen: Saucenzutaten verdoppeln




20. November 2014

BANGKOK #2

One night in Bangkok makes a hard man humble
Not much between despair and ecstasy
One night in Bangkok and the tough guys tumble
Can't be too careful with your company
I can feel the devil walking next to me
«One night in Bangkok» aus dem Musical «Schach»














Essen kann man
in Bangkok – und natürlich in ganz Thailand – zu jeder Tages- und auch Nachtzeit. Sightseeing, Shopping oder auch einfach durch Bangkoks Strassen schlendern macht hungrig. Hier ein Häppchen essen, dort etwas trinken, an jener Ecke ein Eis schlecken...

Das Angebot ist unermesslich.
An den Teeständen gibt es beispielsweise nicht etwa nur Eistee mit Milch oder Zitrone, das Angebot umfasst meistens etwa zwei Dutzend verschiedene Zubereitungen von Grüntee bis Oolong.
Auch bei den Frucht-Shakes fällt die Wahl beim breiten Angebot schwer.

Dank der vielen Strassenküchen
ist die Verköstigung kein Problem. Hier wird gebrutzelt, dort geschmort, werden Nudeln gegart oder gebraten, und-und-und...

Hoi thod in einer Strassenküche in Bangkok 
Hoi thod
sind Miesmuscheln (hoi), die in einem Eierteig ausgebacken (thod) werden, also etwas zwischen Frittata und Omelette.
In Windeseile werden auf einer geölten Kochfläche eine Hand voll ausgelöste Muscheln in einem flüssigen Reismehlteig gebacken, ein Ei aufgeschlagen, alles gemischt, gewendet. Ein paar Frühlingszwiebelchen und Mungbohnensprossen kommen dazu und schon landet alles auf dem Teller oder wird in Papier zum Mitnehmen eingeschlagen.

Bei mir in Khao Lak
gibt es keinen «Side-Walk-Chef», bei dem ich mir mal schnell eine Portion «hoi thod» holen könnte, also bereite ich mir dieses thailändische Muschelgericht eben selber zu!


HOI THOD

Muschel-Frittata
authentisches Thai-Gericht nicht ganz authentisch zubereitet
1 Portion als Hauptgericht
2 Portionen als kleine Mahlzeit


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1 EL Reisöl
3 Frühlingszwiebelchen, weisse Teile geschnitten (Grün beiseite stellen)
1 Knoblauchzehe, gehackt
2 Büschelchen Koriander, Wurzel samt Stängeln fein gehackt (Blättchen beiseite stellen)
1/2 Chilischote, entkernt, gehackt
1/2 Karotte, Julienne (50 g)

     leicht anziehen, Hitze erhöhen.

Grünlippmuscheln, gekocht
1 kg Grünlipp- oder Miesmuscheln, gewaschen und geputzt
50 ml Weisswein
     Muscheln beigeben, ablöschen, zugedeckt bei guter Hitze 5–8 Minuten garen, dabei die Pfanne einige Male rütteln.
     Alles in ein Sieb schütten, Kochflüssigkeit auffangen, auskühlen lassen.
     Die geöffneten Muscheln herausnehmen (ungeöffnete Muscheln entsorgen), Muschelfleisch auslösen, beiseite stellen. Gemüse zum Muschelfleisch geben.

2 EL Reismehl (15 g)
2 EL Maisstärke (15 g)
1/2 TL Backpulver

50 ml Muschelsud, ausgekühlt
     mischen, Muschelfleisch samt Gemüse beigeben.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

2 EL Reisöl
     Muschelmasse auf gutem Feuer im Wok oder in einer Bratpfanne kurz anbraten.

2 Eier, verquirlt
     beigeben, darunter mischen. Sobald die Unterseite schön ausgebacken ist, das Ganze zum besseren Wenden vierteln, wenden und fertig backen, bis die Ränder knusprig sind.
     Auf vorgewärmtem Teller anrichten.

100 g Mungbohnensprossen
2–3 EL Muschelsud

     im Wok/Pfanne kurz erhitzen (nicht garen!), samt dem Frühlingszwiebelgrün und den Korianderblättchen dazugeben.

schwarzer Pfeffer aus der Mühle, grob gemahlen
     darüber streuen.

Servieren mit Sweet Chili Sauce oder rotem Ingwer-Dip.

wenig scharf

Tipp: verbleibenden Sud mit einem Löffel Rahm erhitzen und als kleines Süppchen dazu servieren!
Dank dem natürlich salzigen Muschelsud braucht es kein weiteres Salz.

Zur Information: 1 kg grosse Grünlippmuscheln liefern lediglich etwa 120 g Muschelfleisch.



16. November 2014

BANGKOK #1. AHA!

KURIOSES | ERSTAUNLICHES | WISSENSWERTES | ERLEBTES | BANALES | BEMERKENSWERTES | VÖLLIG UNNÜTZES | AHA!

Oder: was mir hier in Thailand so begegnet

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One night in Bangkok and the world's your oyster
The bars are temples but their pearls ain't free
You'll find a god in every golden cloister
And if you're lucky, then the god's a «she»
I can feel an angel sliding up to me 
«One night in Bangkok» aus dem Musical «Schach»














Es war natürlich mehr
als lediglich eine Nacht in Bangkok! Ich habe wieder viel gesehen und erlebt, viel Interessantes, viel Sympathie, viel...

Der Grund:
Meilenstein im Rahmen eines Datings. Very successful!

Tempel
wollte ich keine besuchen, den Wat Pho und weitere kenne ich bereits, wie auch andere Sehenswürdigkeiten, welche die «Stadt der Engel» (Thai: Krung Thep) zu bieten hat.

BTS Sky-Train
Deshalb bummelten wir
mehr oder weniger ohne Programm, genauer: wir fuhren mit Sky-Train, U-Bahn und am einfachsten per Taxi (nicht teuer, keine Taxi-Mafia mehr!).

X-Mas Shopping 
ist in dieser Jahreszeit natürlich ein Thema. Die Shopping Malls sind bestückt, aber noch nicht mit Flitter und aufdringlich plärrenden Christmas Carrols.
Für Weihnachtseinkäufe reisen viele Touristen aus der ganzen Welt an!

«ASIATIQUE – The Riverfront»
ASIATIQUE – The Riverfront
ist allemal ein Besuch wert. Die 1'500 kleinen Geschäfte und etwa 50 Restaurants befinden sich in einer Retro-Night-Bazaar-Atmosphäre. Erst der grosse Christbaum eines Getränke-Labels lässt an Weihnachten denken.

Daneben locken
«Siam Paragon», eine Shopping Mall der absoluten Luxusklasse, mit den bekanntesten Designer-Labels (günstiger als in Europa, jedoch keine Kopien!), sogar ein knallgelber «Lotus Elise» ist zu haben (nicht ganz so günstig, wie in UK, denn der Einfuhrzoll nach Thailand beträgt zwischen 150 und 300 Prozent!).
Auch «Jim Thompson», des Seidenkönigs Outlet in BKK, ist stets ein Besuch wert.

Eine Nudelsuppe
gilt als ideale Stärkung zwischendurch.
Neben den klassischen Thai-Suppen (tom khaa gai, tom yam guung, die gleichzeitig mit weiteren Gerichten gegessen werden), gibt es Nudelsuppen «guai dtiaao nam» in verschiedensten Varianten, auf dem Bild mit gegrillten Fleischbällchen und breiten Reisnudeln.

So wird eine Nudelsuppe 
korrekt gegessen!
In westlichen Ländern
eher verpönt, hier durchaus salonfähig: Nudeln werden ganz einfach mit den Essstäbchen zum Mund geführt und abgebissen. Nur saugen/schlürfen ist unhöflich! Weitere Zutaten werden ebenfalls mit den Stäbchen gegessen oder mit der Brühe gelöffelt.

Ein Rezept
für eine klassische Glasnudelsuppe mit Huhn gibt es hier!

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TIPPS für Bangkok

Sky-Train und U-Bahn
Praktisch, schnell. Man sollte sich vorgängig mit dem Streckenplan vertraut machen. Fahrkarten in Kreditkartenform (U-Bahn: Jetons) werden am Automaten gelöst, die Sprache kann auf Englisch umgestellt werden.

Manchmal flüssig, 
manchmal zäh, jedoch 
stets ohne Gehupe!
Taxi
Relativ schnell, trotz Verkehrsstau! An den Strassenrand stehen und die Hand aufheben. Mindestens alle 30 Sekunden kommt ein Taxi vorbei. Nicht teuer, bezahlt wird der angezeigte Betrag am Ziel.

Shopping 
MBK Center
Asiatique – The Riverside
Siam Paragon
Jim Thompson, die schönsten Seidenstoffe, am Meter oder bereits verarbeitet
X-Mas Shopping in Bangkok



14. November 2014

GEFLÜGEL GEROLLT

Pochieren
bedeutete ursprünglich das Kochen von verlorenen Eiern, bei denen das Eigelb wie in einer Tasche (französisch = poche) aus Eiweiss liegt. Heute steht Pochieren ganz allgemein für ein sanftes, langsames Garziehen in einer Flüssigkeit knapp unter dem Siedepunkt.

Geflügelfleisch
bleibt bei dieser Garmethode besonders zart und saftig. Als «Roulade» mit einer Füllung aus Basilikum kommen Geflügelbrüstchen raffiniert und optisch überraschend daher!


POCHIERTE GEFLÜGEL-BRÜSTCHEN mit Basilikumfüllung

2 Portionen als Hauptgericht
4 Portionen als Zwischengericht, siehe Tipp


Einkaufsliste zum Ausdrucken

25 g Basilikumblättchen
25 g Parmesan, gerieben
1/2 Knoblauchzehe, gepresst
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
wenig Piment, frisch gemahlen

     in der Kräutermühle zu einer feinen Paste verarbeiten.

2 Pouletbrüstchen à ca. 180 g
     Innenfilets entfernen (für etwas anderes verwenden), längs zum Füllen aufschneiden, aufklappen.
     Zwischen Plastikfolie flach klopfen (ca. 15x20 cm), die Seiten allenfalls gerade schneiden.
     Je auf ein Stück Folie (aufgeschnittener Gefrierbeutel!) legen, die Basilikumpaste auf den unteren 2/3 der Brüstchen verteilen und glatt streichen.
     Brüstchen aufrollen, in die Folie satt einpacken (Doppelfalz längsseits), die Enden eindrehen und mit Küchenschnur gut zubinden.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     In Salzwasser Wasser vor dem Kochpunkt 20 Minuten pochieren.

80 ml Rahm
60 g Gorgonzola oder Roquefort, gewürfelt
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

     unterdessen langsam schmelzen und zu einer sämigen Sauce köcheln.

grob zerstossener Pfeffer
     Die gerollten Brüstchen aus der Folie wickeln, schräg in Tranchen schneiden, auf der Sauce anrichten und mit etwas Pfeffer bestreuen.

Dazu passen: Taglierini, Reis oder eine Polenta.

nicht scharf

Tipp: im Frühling mit Bärlauchblättchen zubereiten!
Bei einem mehrgängigen Menü reichen die Mengen auch für 4 Portionen als Zwischengericht.






11. November 2014

ANANAS PIKANT

Bereits
im Beitrag Jakobsmuschel-Mango-Salat habe ich erwähnt, dass es wohl kaum ein Gemüse oder eine Frucht gibt, die hier in Thailand nicht in einem erfrischenden Salätchen mitspielen darf.

Eine Ananas
ist diesmal an der Reihe, um eine eher unbekannte, pikante Kombination mit Tomaten, Frühlingszwiebelchen und einem klassischen Thai-Dressing einzugehen.



pikanter ANANASSALAT

yam sabparod
nachempfundenes Thai-Gericht
2 Portionen als Vorspeise oder Beilage

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1/2 TL fermentierte Crevettenpaste (ka-pi)
     in ein Stück Alufolie einschlagen, flach drücken und in einer Bratpfanne erhitzen, bis die Paste zu duften beginnt. Wenden, Pfanne vom Feuer nehmen.

Crevettenpaste erhitzen
1 rote Chilischote, entkernt, gehackt

1 Knoblauchzehe, grob gehackt
1 Büschelchen Koriander, Wurzel samt Stängeln fein gehackt

     im Mörser zu einer Paste zerstossen. Crevettenpaste beigeben, mischen.

1 EL Fisch- oder Sojasauce
1 EL Palmzuckersirup (oder 2 TL Zucker)

1 EL Limettensaft (Limettenpresse!)
     dazugeben, mischen.

1 kleine Ananas, ca. 600 g (oder 1/2 einer grossen)
     längs achteln, die faserige Längsachse wegschneiden (1). Fruchtfleisch erst von der Schale (2), dann quer in Scheiben schneiden (= ca. 250 g).

50 g Cherrytomaten
2 Frühlingszwiebelchen
     Tomaten in Scheiben, Zwiebelchen schräg in Stücke schneiden, samt Ananas mit der Sauce mischen. Mit den Korianderblättchen bestreuen.

mittelscharf



Tipp: anstelle von Koriander passt auch Pfefferminze. In diesem Fall die Pfefferminzstängel hacken und mit den oben erwähnten Zutaten zerstossen.



6. November 2014

COCKTAILSTUNDE #6: ROMANEE


Auf diesen Seiten möchte ich ein paar neue Cocktails und erfrischende Longdrinks mit und auch ohne Alkohol vorstellen, die man sonst nirgendwo findet.


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Dieser Longdrink
hat eine Vorgeschichte, oder auch zwei:

Zum Ersten
trinke ich jeden Morgen ein Glas Guavensaft. In Sachen Vitamin-C-Gehalt übertreffen Guaven beispielsweise Zitrusfrüchte um ein Vielfaches. Ihr Aroma ist zart-säuerlich und ich gebe stets einen Schuss Orangensaft dazu.
Immer wieder habe ich mir gedacht, dass diese Kombination eine feine Grundlage für einen Cocktail ergäbe. Also habe ich noch etwas Kokos und Limette beigegeben und siehe da: das Zusammenspiel dieser Aromen harmoniert auf’s Köstlichste!

Zum Zweiten
habe ich die Basismischung zu diesem Cocktail gekühlt, samt Gläsern und Eiswürfeln zu Ausflügen mitgenommen und vor Ort fertig gestellt. Ein Ziel dieser Motorrad-Touren war und ist «Romanee», an der Strasse von Takuapa Richtung Surat Thani gelegen. Der sonst eher unspektakuläre Ort hat etwas ganz Spezielles zu bieten: heisse Quellen!

     Wer hier im warmen Wasser sitzt,
     bei dieser Tropenwärme
     wie in der Sauna etwas schwitzt:
     möcht’ einen Cocktail gerne!

     Was könnte uns da besser laben,
     als ein Getränk aus Tropenfrucht?
     Ob Mann ob Frau, man will es haben,
     es grenzt schon fast an eine Sucht!














Gibt es etwas Schöneres, als sich im mässig heissen Wasser zu suhlen und einen kühlen Cocktail zu schlürfen? Damit er einem nicht in den Kopf steigt: alkoholfrei!

«Romanee»
wurde als Name dieses feinfruchtigen Getränks von der Motorrad-Gruppe einstimmig angenommen!


ROMANEE

[alkoholfreier LONGDRINK]
für 1 Glas

Longdrink-Glas von ca. 300 ml
     zu einem Viertel mit Eis füllen.
Guaven- oder Limettenscheiben
     auf den Rand stecken.

2 cl Orangensaft
4 cl Guavensaft
1 cl Kokos-Sirup
1 Spritzer «Sala»-Sirup (oder Grenadine)

     im Cocktailshaker mit Eis ca. 15 Sekunden schütteln.

8 cl «Manao Soda» von «Schweppes» (siehe Tipp)
     beifügen, umrühren, in das vorbereitete Glas seihen.

Sodawasser
     auffüllen, umrühren.

Trinkhalm

Tipps: Guavensaft ist wahrscheinlich nicht überall leicht erhältlich und kann am ehesten durch Birnen- oder Pfirsich-Nektar (nicht -Saft!) ersetzt werden.
Manao Soda von Schweppes
«Manao Soda», ein Limonadengetränk aus Limetten, entspricht in etwa dem in Europa bekannten «Lemon Soda».
Wer keinen Kokos-Sirup findet, kann auch «Malibu» Kokoslikör verwenden, dieser enthält allerdings Alkohol.


Weitere Cocktails:
Basilikum-Martini
Bourbon-Ginger sour
Cucumber Collins
Ginger Beer
Ingwerlimonade
Pakwip Welcome Drink
Prosecco-Pomodoro

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It’s a MUST:
  • Gläser inklusive Garnitur bereitstellen
  • alle Zutaten genau abmessen
  • rasch arbeiten
  • sofort servieren

Die Mengen
Bei Mixgetränken wird in cl = Centiliter gemessen.
1 cl = 10 ml = ca. 10 g, 10 cl = 1 dl
Als Messbecher sind Einheiten von 2 und 4 cl üblich.
Für den Hausgebrauch gibt es doppelseitige Messbecher mit 2 und 4 cl (links). Sehr praktisch sind die Einzelmasse (ebenfalls 2 und 4 cl), sie können über den Shaker oder ein Glas gelegt, gefüllt und dann gekippt werden (im Bild Mitte und rechts).






2. November 2014

CHANT D'ARÔMES

Mit Superlativen
dieser Art, auch mit «das beste XY aller Zeiten» oder dem «unvergleichlichen XY» bin ich sehr zurückhaltend.
Es läuft einem doch stets etwas noch besseres über den Weg oder kann mit etwas noch Exquisiterem verglichen werden.









Diese Zubereitung
entlockte mir aber nun doch ein «WOW» und auch noch ein zweites!
Das erste bei den Vorbereitungen, als ich die Marinade gekostet habe, das zweite «WOW» in Verbindung mit den weiteren Zutaten.
Wirklich: un Chant d'Arômes – ein Gesang der Aromen!

Zugegeben:
ein bisschen habe ich mich schon inspirieren lassen. Allein, zwei der dort verwendeten Gewürze wollten für mich nicht wirklich zusammenpassen. Also habe ich das Ganze ganz anders, nämlich fernöstlich, umgesetzt.

Der Weg zum Ziel
braucht zwar etwas Zeit, dafür kann aber auch alles vorbereitet werden!


MARINIERTE HÄHNCHENFILETS

Spielerei mit Gewürzen
4 Portionen als Vorspeise

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Am Vortag:
100 ml Weisswein
1 EL Reisessig
1 TL Honig

1/4 TL Kurkumapulver
1/4 TL Salz, Pfeffer aus der Mühle

     in einem Saucenpfännchen mischen, bis sich Honig und Salz aufgelöst haben.

2 EL Olivenöl
     dazugeben, verquirlen.

Einfacher, als mit dem Messerrücken:
Zitronengras mit dem Boden eines 
Mugs quetschen!
1 Knoblauchzehe, halbiert
2 Frühlingszwiebelchen, weisse Teile gehackt (Grün verpackt beiseite stellen)
1 kl. Chilischote, aufgeschlitzt (nach Belieben)
ein paar Selleriestängel samt Blättchen, in Stücken (oder etwas Stangensellerie)
4 Limettenblätter, in Stücke gerissen

1 Stängel Zitronengras, gequetscht, in Stücken
3 cm Zimtstange

     beigeben, 1 Mal aufkochen, vom Feuer nehmen und zugedeckt 30 Minuten ziehen lassen.

4 Poulet-Minifilets à ca. 50 g
     Marinade nochmals aufkochen, die Filets hineinlegen. 2–3 Minuten köcheln lassen, dabei das Fleisch 1 Mal wenden.
     Vom Feuer nehmen und zugedeckt auskühlen lassen.
     Samt der Marinade in einen Gefrierbeutel geben, möglichst ohne Luft verschliessen. Im Kühlschrank über Nacht marinieren (siehe auch «marinieren von Fleisch»).

Am Zubereitungstag:
     Aus dem Kühlschrank nehmen und etwa 1 Stunde Küchentemperatur annehmen lassen.
     Alles in ein Sieb schütten, Marinade auffangen (ca. 125 g), Filets heraus nehmen, Gewürze entsorgen.

1/4 TL Maisstärke
     mit der kalten Marinade verrühren. Auf mindestens die Hälfte reduzieren (ca. 60 g), zugedeckt auskühlen lassen.

1/2 rote Peperoni (Gemüsepaprika)
     unterdessen mit der Ofenmethode schälen (siehe Peperoni schälen).
     Klein würfeln, samt dem in Stücke geschnittenen Frühlingszwiebelgrün zur eingekochten Marinade geben.

30 g Cashewkerne 
     grob hacken, in wenig Öl goldbraun rösten.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

Anrichten:
     Eingekochte Marinade auf 4 Teller verteilen.
     Filets leicht schräg tranchieren, darauf anrichten, die Cashewkerne darüber geben.
     Auf dem Bild: angerichtet mit einem jungen Pfefferblatt.

schwarzer Pfeffer aus der Mühle, grob
     bestreuen.

Mit knusprigem Baguette servieren!

wenig scharf (Chilischote)

Tipp: die Minifilets müssen ganz kurz in der Marinade köcheln, denn Geflügelfleisch muss stets durchgegart sein!
Die ganze Peperoni schälen, denn die verbleibende Hälfte kann, in Streifen geschnitten, einen Salat aufpeppen, eine Pizza bereichern oder einer Sauce beigefügt werden.
Falls die Peperoni bereits am Vortag geschält und im Kühlschrank aufbewahrt wurde, kann der nun entstandene Saft zur Marinade gegeben und mit dieser eingekocht werden.


Danke, liebe Küchenschabe, für die Inspiration!

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Chant d'Arômes
von Guerlain
Chant d'Arômes
Im Jahre 1965 kreierte Jean-Paul Guerlain für seine junge Verlobte den Duft Chant d'Arômes: eine Ode an die Sprache der Blumen, von denen sich jede einzelne durch ein ganz eigenes Verständnis der Liebe auszeichnet. Durch gekonnte Anspielungen lässt seine Aura das Feuer unter dem Eis nur vermuten.


Chant d'Arômes ist ein Duft, der Frühling und Herbst in Erinnerung ruft.
Das Eau de Toilette präsentiert sich in einem Bienenflakon, der mit den symbolischen 69 Bienen des französischen Kaiserreichs versehen ist.
Der Duft ist auch heute noch gefragt.