27. Dezember 2016

GURKEN&GIN

Heute wird hier mit Gin gekocht!
Aber keine Angst: man wird nicht gleich bedudelt von diesem Gericht, bei der Zubereitung verflüchtigt sich der grösste Teil des Alkohols!

Angeregt
wurde ich durch einen Gurken-Beitrag bei Stephan auf «freihändigkochen». Er schreibt dazu: «Gin-Gurke gibt es [bei mir] noch nicht, wäre aber denkbar?» Klar: das ist sehr wohl denkbar!

Als Folge
haben wir beide je eine Zubereitung mit Gurke und Gin kreiert, die wir nun synchron publizieren:
Bei Stephan geht es um ein Lachsforellen-Tartar mit Gin-Gurken, bei mir sind daraus Jakobsmuscheln mit Gin-Gurken und ein Gurken-Gin-Risotto entstanden.
Beide Gerichte eignen sich als festliche Vorspeise – nicht nur zu Silvester!



JAKOBSMUSCHELN MIT GIN-GURKEN 

AUF GURKEN-GIN-RISOTTO

4 Portionen als Vorspeise
2 Portionen als Hauptgericht


Einkaufsliste zum Ausdrucken

60 ml Gin [FEL!X: «Bombay Sapphire»]
     in Portionen von 2x15 ml und 1x 30 ml bereitstellen (diese Portionen sind dem besseren Verständnis wegen nachstehend noch einmal aufgeführt, also nicht zusätzlich).



ETWA 4 1/2 STUNDEN IM VORAUS

GURKEN:
3–4 kleine Einlegegurken à 75 g (oder 1 Freilandgurke)
     mit einem Hobel von zwei Seiten gegen die Mitte längs in 20 sehr dünne Scheiben von höchstens 1 mm Dicke und 10 cm Länge schneiden (Trüffelhobel!). Das Innere mit zarten Kernen beiseitelegen.

1/2 TL Dillspitzen, getrocknet
     über die Scheiben streuen, nebeneinander in einen Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss transportieren (am besten mit einer langen Palette/Spatel).

15 ml Gin
     in eine Injektionsspritze ohne Nadel aufziehen, über die Gurkenscheiben träufeln. Beutel flach und möglichst ohne Luft verschliessen. Mindestens 4 Stunden marinieren lassen.

ETWA 30 MINUTEN VOR DEM SERVIEREN

JAKOBSMUSCHELN:
200 g Jakobsmuscheln, ausgelöst, mit oder ohne orangefarbenen Corail
1/2 Limette, Saft (Limettenpresse!)

     Muschelfleisch allenfalls in 20 ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit dem Limettensaft kurz marinieren.

RISOTTO:
350 ml Gemüsebouillon, ungefähr 
     beiseitegelegte Gurkenabschnitte auf 75 g ergänzen, mit einem Teil der Bouillon pürieren.

1/2 EL Olivenöl

1/2 EL Butter

1/2 Schalotte, gehackt

1/2 Knoblauchzehe, gehackt


     anziehen.

125 g Carnaroli-, Vialone- oder Arborio-Reis
1/4 TL Dillsamen (siehe Tipp!)

     beigeben, glasig dünsten.

30 ml Gin

     ablöschen, reduzieren.

1 TL Dillspitzen, getrocknet
     samt der Gurken-Bouillon beigeben, aufkochen.

     Restliche, erhitzte Bouillon nach und nach dazugiessen und unter fleissigem Rühren zu einem sämigen (jedoch nicht mehr flüssigen!) Risotto köcheln. Es braucht so viel Bouillon, bis der Reis aussen gar, innen «al dente» ist.

1 EL Butter

Salz, Pfeffer aus der Mühle

     unter den Risotto rühren, abschmecken und neben dem Feuer zugedeckt kurz ziehen lassen.

FERTIGSTELLEN:
1/2 EL Olivenöl

1/2 EL Butter

     Muscheln trocken tupfen, beidseitig kurz braten.

15 ml Gin
     darüber giessen, flambieren.

1 EL Butter
Salz, Pfeffer aus der Mühle
     darunter rühren, würzen.

ANRICHTEN:
  • 4 Teller vorwärmen
  • Gurkenscheiben aus dem Beutel nehmen, auf der Arbeitsfläche ausbreiten
  • je 1 Jakobsmuschel auf eine Gurkenscheibe setzen, darin einschlagen und mit einem Zahnstocher fixieren 
  • 4 Metallringe von 8 cm ø auf die Teller stellen, etwa 2 cm hoch mit dem Risotto füllen, flach drücken
  • Metallringe entfernen, Muscheln auf den Risotto setzen
  • Bratenjus aus der Pfanne darüber giessen 

nicht scharf

Tipp: Dillsamen schmecken nicht wie das Kraut bzw. die Spitzen, sondern eher kümmelartig. Aber anders als herkömmlicher Kümmel ist ihr Aroma um einiges feiner, dezenter.

Inspiration: Falk-Kulinarium, «Spicy Ginger-Saibling»


Kommentare:

  1. Sehr fein. Hört sich sehr lecker an und sieht toll aus.

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    1. Danke Thorsten! Ich hatte ja eine sehr gute Inspiration von deiner Seite...

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  2. Lieber Felix, sieht wirklich gut aus, aber Salatgurken sind nicht so mein Fall,
    ich nehm stattdessen den Gin und mix mir daraus einen Negroni ;-)

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    1. Negroni! Den könnte ich mir auch wieder einmal mixen!

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    2. Negroni (bzw. die leichtere Americano-Variante) ist mein Lieblings-Cocktail.

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  3. Wow. Gratuliere, Felix! Das scheint mir eine sehr kreative, aber geschmacklich ausgereifte Kreation zu sein. Gefällt mir echt gut und kommt bei mir auf die Nachkochliste! Ich persönlich finde die Gurke ein äusserst spannendes Produkt, das sich auf viele Experimente einlässt. Gerade erst am Wochenende habe ich Chips aus Gurkenschale gebacken und das weiche, mit Kernen besetzte Innere während 6 Stunden luftgetrocknet und anschliessend auf dem Grill leicht ankohlen lassen. Wunderbar! An dieser Stelle nochmals einen guten Start ins 2017! Ich freue mich auf viele weitere Inspirationen dieser Art hier.

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    1. Danke, Marco!
      Ja: Gurken sind sehr vielseitig, sofern man ihnen ihr feines Aroma lässt und nicht mit was-weiss-ich für Gewürzen überdeckt. Chips und was du weiter aus Gurken gemacht hast, ist definitiv auch ein Experiment wert.
      Mal sehen, was als nächstes ganz unkonventionell daherkommt...

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