21. Juli 2017

KARELA THORAN

Karela
ist in Indien die Bezeichnung für Bittergurke, auch Bittermelone oder Bittergourd genannt. Nicht zu verwechseln mit Schwammkürbis (Luffa), der ähnlich jedoch grösser aussieht und in Asien ebenfalls als Gemüse genutzt wird.

Bittergurken
gibt es in vielen Sorten, die sich in Wuchsform, Reifezeit und Fruchtmerkmalen wie Grösse, Form, Farbe und Oberfläche unterscheiden.
In Asiens Küchen sind Gemüsegerichte aus kleinen, unreifen Früchten beliebt.

Bitterstoffe
regen die Gallenproduktion in der Leber an und besitzen so eine für die Verdauung wichtige, natürliche Regulation.
Bittergurken sind nicht jedermanns Sache, schmecken aber gut zubereitet durchaus überzeugend. In Indien werden sie zudem wegen ihrer blutreinigenden Wirkung geschätzt.

Als Thoran
bezeichnet die südindische Küche Zubereitungen aus Gemüse mit geraspelter Kokosnuss.



KARELA THORAN

Bittergurken mit Kokosnuss rührgebraten
Südindische Küche
2 Portionen als Gemüsegericht

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150 g kleine Bittergurken, 8–10 cm lang
Salz

     samt den Kernen in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Mit reichlich Salz mischen, 20 Minuten ziehen lassen, um etwas von den Bitterstoffen zu entfernen.

Salzwasser
     Bittergurkenscheiben mit kaltem Wasser überbrausen, in kochendem Salzwasser 5 Minuten blanchieren. Abgiessen und in Eiswasser abschrecken.

100 g frisch geriebene Kokosraspel (siehe auch Tipp)
1/4 TL Kurkumapulver

     mischen, beiseite stellen.

1 EL Ghee (Bratbutter)
25 g Cashewkerne

     goldbraun rösten. Herausheben, beiseite stellen.

2 TL schwarze (braune) Senfkörner
     im verbleibenden Öl auf mittlerem Feuer erhitzen, bis sie beginnen aufzuspringen.

2 Chilischoten, entkernt, gehackt
1 Knoblauchzehe, in Stiften
4 Limettenblätter, in haarfeinen Streifen
1 Zwiebel (70 g), gehackt

     beigeben, anziehen, bis die Zwiebel glasig wird.

     Bittergurken gut abtropfen.

1/2 EL Austernsauce
1/2 EL Palmzuckersirup (oder 1 TL Zucker)
Salz

     samt den Bittergurken dazugeben, würzen.
     Kokosraspel darunter mischen. Anrichten und mit den Cashewkernen bestreuen.

     Mit Reis servieren.

mittelscharf

Tipps:
  • Bittergurken findet man in gut sortierten Asien-Geschäften mit Frisch-Gemüse
  • anstelle von frisch geriebenem Kokosfleisch können auch 50 g getrocknete Kokosraspel verwendet werden, die man mit 50 ml heissem Wasser mischt

19. Juli 2017

HEISSE TAGE – KALTER KAFFEE

Der Sommer 2017
ist auf gutem Weg, als einer der heissesten in die Geschichte einzugehen. Bereits bis zu seinem ersten Drittel waren die Temperaturen vier Grad wärmer als im Durchschnitt. Und eine Kältephase ist nicht in Sicht. Meteorologen sagen deshalb, die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass der Sommer 2017 temperaturmässig einen Spitzenplatz erreichen werde.

Coole Drinks
mit einem Kick sind also gefragt, um bei über 30 Grad nicht schlapp zu machen!
Kaffee zählt selbstverständlich zu den Muntermachern – aber eine Tasse heisser Kaffee bei über 30 Grad im Schatten?!
Manche schwören ja auf heisse Getränke bei erhöhten Temperaturen, ich mag's
lieber cool.

Den Kaffee
also nicht heiss aufbrühen, sondern kalt ziehen lassen!
«Cold Brew» nennt sich diese Methode, bei welcher gemahlene Kaffeebohnen mit KALTEM Wasser angesetzt werden.
Dadurch erhält man etwas andere Aromen, als beim heiss Aufbrühen, vor allem weniger Bitterstoffe.

Ein guter «Cold Brew»
braucht ein bisschen Zeit, er ist nicht in fünf Minuten fertig. Doch wer Geduld hat, wird mit einem feinen Kaffee-Aroma belohnt.



«COLD BREW» 

Kalt angesetzter Kaffee
für 2 grosse Gläser



KALT-MAZERATION
50 g Kaffeebohnen  
     nicht zu fein mahlen, also eher noch etwas gröber, als für die «French Press» Methode (Pressstempelkanne). 
     Für einen ersten Versuch nimmt man vorzugsweise Kaffeebohnen einer Sorte/Mischung, die man ohnehin verwendet: so erfährt man den feinen Unterschied dieser Kalt-Methode zu heiss gebrühtem Kaffee am besten.

1 grosses Einmachglas
500 ml stilles Wasser aus der Flasche, kalt (Küchentemperatur)

     Gemahlenen Kaffee in das Glas geben, Wasser dazugeben, umrühren. Glas verschliessen.

     Über Nacht (mindestens 12 Stunden) oder länger (24 Stunden) bei Raumtemperatur stehen lassen, das Glas dabei ab und zu bewegen/schwenken, dafür braucht man jedoch nicht mitten in der Nacht aufzustehen... 😴

     Die Mischung schliesslich durch einen Kaffeefilter giessen.
Ich besitze keinen üblichen Kaffeefilter, deshalb verwende ich ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb.

     Das Mazerat mit Wasser auf 500 ml ergänzen.

SERVIEREN
EISGEKÜHLT:
2 grosse Gläser à 400 ml
Eiswürfel

     Gläser ganz mit Eis füllen, mit dem «Cold Brew» Kaffee auffüllen
= 1 Teil «Cold Brew» + 2 Teile Eis 
     Nach Belieben süssen und/oder mit etwas Milch mischen.

WARM:
1 Teil «Cold Brew» + 2 Teile heisses Wasser 
    Nach Belieben süssen und/oder mit etwas Milch mischen.

Tipps:
  • doppelte Menge zubereiten: das gefilterte Kalt-Mazerat hält sich im verschlossenen Glas ein paar Tage im Kühlschrank
  • das Kaffeepulver aus dem Filter kann kompostiert oder als Gartendünger verwendet werden
  • wer dessen kundig ist, kann aus dem Kaffeesatz wahrsagen: zum Beispiel, ob der Sommer wirklich so spitzenmässig bleibt! 
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«Cold Brew» oder «Cold Drip»
  • «Cold Brew»: wie oben beschrieben
  • «Cold Drip»: ebenfalls eine Kalt-Mazeration. Das Wasser wird jedoch nicht aufs Mal beigegeben, sondern fällt tropfenweise auf die gemahlenen Kaffeebohnen in einem Filter. Dies erfordert eine spezielle Tropf-Apparatur 
Man sagt, dass die «Cold Drip» Methode
zu einer Zeit entstand, als Reisende lange unterwegs waren und nicht dauernd Wasser zum Aufbrühen von Kaffee kochen konnten. Somit galt ein frisch gebrühter Kaffee als Besonderheit. Um trotzdem nicht auf den beliebten Wachmacher verzichten zu müssen, sollen die Niederländer auf ihren Reisen zu den asiatischen Kolonien im 17. Jahrhundert kreativ geworden sein. Sie erfanden den «Cold Drip» Kaffee, der heute auch als «Dutch Coffee» bezeichnet wird.


17. Juli 2017

DIE SARAZENEN IM BÜNDNERLAND

Man merkt schon,
dass die Sarazenen im 9ten und 10ten Jahrhundert auch bis ins heutige Graubünden gelangt sind. Mauren, meist berberischer Herkunft, sollen damals von der spanischen Halbinsel der Rhone entlang, wie auch auf anderen Wegen, bis ins Bündnerland vorgedrungen sein.

Ihre arabische Küche
mögen sie vermisst haben und versuchten deshalb vielleicht, gewisse Zutaten, die sie in den Alpen kaum finden konnten, zu ersetzen. Bulgur beispielsweise. Dieses grobe Weizenschrot wurde womöglich mit der dort verbreiteten Gerste ersetzt und so zu einem Salat – ähnlich wie Taboulé der libanesischen und nordafrikanischen Küche – zubereitet.
Wer weiss...


hier mit knusprig frittierten Sellerieblättchen

BÜNDNER GERSTENSALAT

2 Portionen als kleine Mahlzeit

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100 g Rollgerste
     in einer Schüssel waschen bis das Wasser klar bleibt, auf einem Sieb abtropfen lassen.

50 g Karotten
     in möglichst kleine Würfelchen schneiden.



1/2 EL Rapsöl (authentisch für die Region!)
250 ml Gemüsebouillon, heiss
1 Prise Safranfäden
1 Lorbeerblatt

     Gerste samt Karotten kurz anziehen, mit Bouillon ablöschen, Safran und Lorbeer beigeben. Aufkochen und zugedeckt auf kleinem Feuer ca. 20 Minuten weich garen.
     Falls noch etwas Flüssigkeit vorhanden sein sollte, offen ausdampfen lassen.

1 Freilandgurke, 150–200 g
Salz

     währenddessen schälen, längs halbieren, entkernen und in kleine Würfel schneiden (= ca. 125 g). Mit etwas Salz mischen, 30 Minuten ziehen lassen.
     In einem Sieb überbrausen, abtropfen lassen.

SAUCE:
1/2 Bio-Zitrone
1 TL Honig, flüssig
40 ml Rapsöl (authentisch für die Region!)
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     die Hälfte der Zitronenschale fein abreiben, Saft auspressen, alles in einem Schüttelbecher gut mischen oder verquirlen.
     Mit der noch warmen Gerste mischen, zugedeckt auskühlen lassen.

50 g Bündnerfleisch, in 3 mm dicken Tranchen
1 Stängel Stangensellerie
1–2 Tomaten, geschält, entkernt

     alles klein würfeln, unter den Salat mischen. Lorbeer entfernen.
     Abschmecken und etwas ziehen lassen.

NACH BELIEBEN:
     Ein paar Blättchen vom Stangensellerie einzeln in wenig Öl kurz frittieren, bis sie dunkelgrün und knusprig sind (Vorsicht: es kann spritzen). Auf Küchenpapier abtropfen und auf den angerichteten Salat legen.

nicht scharf

Tipps:
  • das für die Region typische Rapsöl kann auch durch leichtes Olivenöl ersetzt werden
  • anstelle von Bündnerfleisch (eine Trockenfleisch-Spezialität aus Graubünden) schmeckt der Salat auch mit Rohschinken 

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Die eingangs erwähnte Mutmassung «Weizenschrot –> Gerste» ist natürlich nicht belegt, verbrieft ist jedoch die Anwesenheit der Sarazenen:

«Dafür sprechen vor allem drei Kaiserurkunden im bischöflichen Archiv in Chur. In der ersten, datiert vom 8. April 940, schenkt Otto I. dem Churer Bischof als Ersatz für die Verwüstungen der Sarazenen zwei Kirchen, in der zweiten vom Jahre 955 den Königshof von Zizers, weil er sich auf dem Rückzug aus Italien (über den Septimer) mit eigenen Augen von den Verheerungen der Sarazenen überzeugt habe, und drei Jahre später fügt er der Schenkung noch die halbe Stadt und Kirchen in Chur und Trimmis bei. Schon diese Urkunden beweisen genügend, dass Sarazenen im Lande waren und wir kennen auch die Veranlassung:
     In Italien stritten sich nach dem Aussterben der direkten Nachkommen Karls des Grossen einige Sprösslinge von Nebenlinien um Reich und Krone. Einer von ihnen, Berengar, war nach Deutschland geflohen, um beim Herzog von Schwaben Hilfe gegen seinen Gegner Hugo von Arles zu finden, der damals Italien beherrschte. Da nun Hugo fürchtete, Berengar werde jenseits der Berge ein Heer sammeln und ihn eines schönen Tages von den Alpen her mit Krieg überziehen, machte er nach einem glücklichen Sieg über die Sarazenen, welche sich damals an der Küste von Monaco festgesetzt hatten, mit ihnen Frieden unter der Bedingung, dass sie die Alpenpässe zwischen Italien und Deutschland bewachen und allfällige Einfälle Berengars abwehren sollten.
     Unter den Alpenpässen, die den Sarazenen zur Hut übergeben waren, nahm in nachkarolingischer Zeit in den rätischen Alpen unbedingt der Septimer mit seinen Nebenstrassen Maloja und Julier den ersten Rang ein, und dass auch über den Berninapass ein reger Verkehr zwischen Veltlin und Engadin vor sich ging, beweisen die vielen Raubzüge, von denen wir hören, und dann ganz besonders der Umstand, dass die Nachfolger Karls des Grossen die Rechte des Bischofs von Chur auch über Poschiavo ausdehnten, womit sie offenbar eine Überwachung und Sicherung des Passes im Auge hatten. Es ist daher verständlich, dass auch an diesem Passe Sarazenen weilten und sich später häuslich niederliessen, worauf auch der Umstand hinweist, dass im Tal des Poschiavino der Buchweizen bis auf den heutigen Tag «grano sarazeno» heisst.»
(...)
«Auf sarazenische Herkunft verweisen auch im Wallis die verschiedenen «Tours de Sarasin», «Creux- und Ponts-Sarassins» in der Westschweiz und nicht zuletzt der Familienname Sarasin.»
Auszug aus «Pontresina und die Sarazenenbrücke», Dr. Carl Camenisch (1951)

15. Juli 2017

HALBINDISCH...

... oder indisch-thailändisch interpretiert ist dieses Blumenkohl-Curry, welches in Indiens Küchen und auch in Bangladesch, Nepal und Pakistan als «Alu gobi» bekannt ist. «Alu» = Kartoffeln, «gobi» = Blumenkohl.

Eigentlich
wird dieses Gericht in der Pfanne zubereitet. Seit ich jedoch auf den Geschmack von geröstetem Blumenkohl gekommen bin, backe ich das Gemüse lieber im Ofen – zusammen mit Ananas!
Tomaten, die ebenfalls dazu gehören, kommen separat dazu.

Meine Version
ist kein Curry, das in einer Sauce schwimmt, dafür von einem Tomaten-Dip begleitet wird. Ebenfalls als Begleitung kommt Fladenbrot dazu: es ist weder Chapati noch Naan, einfach ein schnelles Fladenbrot, unkompliziert in der Herstellung.

Was wäre besser,
als eine selbst gemachte Curry-Mischung zu verwenden?!
Mit wenigen Zutaten und einem Mörser – noch besser: Reibschale – ist sie im Nu zubereitet. Und wer dazu ein Stück frische Kurkumawurzel verwendet, wird mit einem ganz besonders leckeren Aroma belohnt.



BLUMENKOHL-KARTOFFEL-CURRY ofengeröstet
mit Tomaten-Dip und Fladenbrot

2 Portionen als Hauptgericht

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     Fladenbrote – falls dazu serviert – backen, siehe hier!
     Zubereitungszeit für die Brote: etwa 2,5 Stunden.

CURRY-MISCHUNG:
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Korianderkörner
1/4 TL Anis- oder Fenchelsamen
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen.

1/4 TL grobes Meersalz (siehe auch Tipp!)
     samt den Gewürzen im Mörser/Reibschale fein verreiben.

1/2 TL Zimtpulver
1/2 TL Cayenne (Chilipulver)
     beigeben, mischen.

5 cm frische Kurkumawurzel
     schälen, in Scheibchen schneiden, beigeben, weiter verreiben.
     Informationen zum Umgang mit frischer Kurkumawurzel siehe hier!

1–2 EL Reiswein (oder Sherry)
1 EL Reisöl
     dazugeben, alles gut mischen.



GEMÜSE:
200 g Kartoffeln, fest kochend
     mit der 72-Grad-Methode 30 Minuten vorgaren.
     Kalt abschrecken, schälen (Sparschäler) und etwa 2 cm gross würfeln.

1 kleiner Blumenkohl, ca. 300 g
     in nicht zu kleine Röschen teilen, auch den Strunk in Stücke schneiden.

1 Baby-Ananas, ca. 450 g
     längs vierteln, den Strunk entfernen, schälen, etwa 2 cm gross würfeln (= ca. 200 g).

     Alles samt der Curry-Mischung in einer nicht zu kleinen Schüssel gut mischen. Auf einem mit Backpapier belegtem Blech verteilen.

     Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.

     Blech in der Ofenmitte einschieben, 35–40 Minuten backen, bis das Gemüse bissfest gegart ist. Dabei nach halber Zeit aus dem Ofen nehmen, Backpapier an allen 4 Seiten alternierend anheben und dadurch das Ganze etwas mischen. Alles wieder flach verteilen, fertig backen.

     Währenddessen den Dip zubereiten.



TOMATEN-INGWER-DIP:
250 g Tomaten
     schälen, grob würfeln.

1 EL Ghee oder Bratbutter
1 Schalotte (30 g), gehackt 
1–2 Knoblauchzehen, gehackt 
1–2 Chilischoten, aufgeschlitzt
     sanft anziehen ohne Farbe anzunehmen.

1 daumengrosses Stück Ingwer
     dazureiben.

2 Limettenblätter
     zerreissen, samt den Tomaten dazugeben. Zugedeckt auf kleinstem Feuer 20–25 Minuten köcheln lassen, bis die Tomaten zerfallen.

Salz
     Chili und Limettenblätter entfernen, Tomaten pürieren, salzen.

     Gemüse anrichten, Tomaten-Ingwer-Dip und Fladenbrot dazu servieren.
     Anstelle von Fladenbrot passt auch Reis.

mittelscharf

Tipps:
  • zusammen mit grobem Meersalz lassen sich ganze Gewürze leichter zerreiben!
  • wer keine frische Kurkumawurzel bekommt, verwendet 1 TL Pulver
  • anstelle von Ananas passen auch Karotten in Stücken, siehe Rollschnitt
  • Baby-Ananas sind eigene Sorten (z.B. «sabparod phuu lää»), sie sind besonders süss und aromatisch

Inspirationen:
Mit ein paar Änderungen habe ich Zutaten und Mengen auf meine Geschmacksempfindung abgestimmt, die Tomaten als Dip rezeptiert.

... und nachdem ich es bereits zubereitet hatte, sah ich es im Mai 2017 auch noch bei Susanne «MAGENTRATZERL»!


13. Juli 2017

SOMMERFRISCHSCHSCH!

Bulgur 
auch Bulghur oder Boulgour geschrieben, ist grobes Weizenschrot, das für Taboulé und weitere Gerichte verwendet wird. Das Schrot ist viel gröber, als Couscous, Zubereitungen mit Bulgur erhalten mehr «Biss».

Taboulé
ist ein erfrischender Salat der libanesischen Küche, der auch in anderen Ländern auf verschiedene Art zubereitet wird. Eines haben alle Varianten gemeinsam: es muss sehr viel breite Petersilie verwendet werden!

Die meisten Maghreb-Staaten
sind von den Küchen des Mittleren Ostens stark beeinflusst worden. So finden vor allem die üppigen Vorspeisen, «Mezze» genannt, ihren Ursprung im Libanon und der Türkei.



TABOULÉ

Bulgur-Salat mit Thunfisch
libanesische Küche
4–6 Portionen als Vorspeise
2–3 Portionen als Hauptgericht


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200 g Bulgur (grobes Weizenschrot)
350 ml kräftige Gemüsebouillon, kochend (falls aus Konzentrat: siehe hier!)
 

     in einer grossen Schüssel mischen, mit Klarsichtfolie bedeckt aufquellen und auskühlen lassen.



1 Freilandgurke, 150–200 g
Salz

     Gurke schälen, längs halbieren, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit Salz mischen, 30 Minuten ziehen lassen.
     In einem Sieb überbrausen, abtropfen lassen.

250 g Tomaten
     schälen, entkernen (siehe Tomaten schälen). Klein würfeln.

1 Ds. Thunfisch in Salzlake (abgetropft ca. 150 g)
     abtropfen lassen, mit einer Gabel fein zerzupfen.

1 Bund breite Petersilie
1 Bund Koriander
1 Bund Pfefferminze

     Petersilie und Koriander samt den Stielen, von der Pfefferminze lediglich die Blättchen hacken. Es sollte mindestens 1 Tasse ergeben.

1/2 Zitrone, Saft
50 ml Olivenöl
1–2 Schalotten, gehackt
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

     im Schüttelbecher verquirlen, mit dem Bulgur gut mischen.

1 Frühlingszwiebelchen, samt dem Grün gehackt
1 roter oder grüner Peperoncino (Spitzpaprika), klein gewürfelt

     samt allen vorbereiteten Zutaten dazugeben, alles gut mischen.

     Mit Salz abschmecken.
     Im Kühlschrank bis zum Servieren ziehen lassen.

Kann bis hierher vorbereitet werden! 

wenig scharf (Peperoncino)

Tipp: wer kein Bulgur erhält, kann auch Couscous-Griess verwenden. Der Salat hat dadurch aber weniger «Biss».


11. Juli 2017

ÜBERBACKENE AVOCADOS

Zugegeben,
von selbst wäre ich wohl kaum darauf gekommen:
Avocados ÜBERBACKEN!
Hä?, überbacken?, so richtig gratiniert?
Ja!, das schmeckt richtig toll!

Foodblogs lesen
erweitert bekanntlich den kulinarischen Horizont!
Auf einem Blog, das ich ab und zu lese, habe ich diese Avocados entdeckt:
mit Pesto rosso und Mozzarella überbacken.

Pesto rosso,
auch als Pesto alla siciliana bezeichnet, besteht – im Vergleich zum Pesto alla genovese – hauptsächlich aus sonnengetrockneten Tomaten, Mandeln anstelle von Pinienkernen, mit Parmesan, aber weniger Basilikum.
Bei meiner eigenen roten Variante, die ich seit vielen Jahren zubereite, lasse ich den Parmesan weg, kann so den Pesto vielseitiger verwenden. Falls mit Spaghetti gemischt, kann man noch immer Parmesan dazureiben. Und anstelle der hier sehr teuren Mandeln verwende ich Cashewkerne.



PESTO ROSSO

Pesto alla siciliana
Pesto aus getrockneten Tomaten

für ca. 200 g
4 Portionen zu Pasta

oder auch für überbackene Avocados, siehe nachstehend!

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30 g getrocknete Tomaten (nicht in Öl eingelegt)
50 ml Rotwein

     Tomaten klein schneiden, mit dem Rotwein einmal aufkochen, vom Feuer nehmen. Zugedeckt 30 Minuten stehen lassen, oder mindestens so lange, bis praktisch alle Flüssigkeit aufgenommen worden ist.

25 g Cashewkerne (oder geschälte Mandeln)
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten.

1 Tomate, 50 g (siehe Tipp!)
     schälen [bei lediglich einer Tomate mache ich das mit dem Messer, so wie man einen Apfel schält!], grob würfeln.

1 Knoblauchzehe, gehackt
1/2 Chilischote, entkernt, gehackt
1/2 TL Aceto balsamico rosso
2 EL Olivenöl
1 EL Tomatenpüree
ein paar Basilikumblättchen, zerzupft
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

     samt den vorbereiteten Zutaten nicht zu fein pürieren. Allenfalls mit Salz abschmecken: Achtung, getrocknete Tomaten sind bereits etwas salzig!

wenig scharf (Chili)

Tipps:
  • ohne Beigabe der (frischen) Tomate braucht es die doppelte Menge an Öl!
  • wer mag, kann zusätzlich 25 g Parmesan daruntermischen
  • es lohnt sich eher nicht, eine kleinere Menge herzustellen, selbst wenn für die nachstehend aufgeführten, überbackenen Avocados lediglich die Hälfte benötigt wird 



ÜBERBACKENE AVOCADO MIT PESTO ROSSO

2 Portionen als Vorspeise
1 Portion als kleine Mahlzeit


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     Backofen auf 200 °C (O+U) vorheizen.

1 reife Avocado
grobes Meersalz

     Avocado längs rundum bis zum Kern einschneiden, mit beiden Händen auseinander drehen, Kern entfernen.
     Etwas grobes Salz in 2 Häufchen auf ein (Kuchen-)Blech geben, die Avocadohälften darauf setzen (damit die Hälften waagerecht bleiben und der Käse beim Überbacken nicht herunterläuft!).

100 g Pesto rosso, siehe oben
     50 g Pesto auf den beiden Hälften verteilen, restlichen Pesto in 2 kleine Schälchen füllen.

50 g Mozzarella di Bufala (Büffel-Mozzarella)
     in 4–6 Scheiben schneiden, auf die Avocados legen.

4–6 Cherrytomaten
     ebenfalls in Scheiben schneiden, einige davon auf dem Mozzarella verteilen.

schwarzer Pfeffer aus der Mühle
     grob darüber mahlen.

     In der Ofenmitte 15–20 Minuten (je nach Ofenleistung) überbacken, bis der Käse etwas Farbe angenommen hat.

     Mit den restlichen Tomatenscheibchen und den Pesto-Schälchen anrichten.

wenig scharf (Chili im Pesto)



Tipps:
  • Avocados reifen in einer Papiertüte, möglichst in der Nähe von Äpfeln und Bananen, nach. Wenn die Schale schwärzliche Flecken aufweist und auf sanften Druck nachgibt, ist die Avocado reif
  • restlichen Pesto (100 g) später als Pasta-Sauce verwenden

Inspiration: NOM NOMS food
Mit kleinen Änderungen habe ich Zutaten und Mengen auf meine Geschmacksempfindung abgestimmt.


8. Juli 2017

KÖSTLICHER NACHTSCHATTEN

Peperoni
Das feine Gemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse (botanisch korrekt sind es Beeren) bereichert viele Gerichte mit feinem Aroma und effektvollem Farbkontrast.
In Deutschland als Gemüsepaprika bezeichnet, in Englisch Bell Pepper, in Thai phrik yuwak.



Grün, gelb oder rot
Grundsätzlich gibt es rote und gelbe Peperoni, sie erhalten ihre Farbe, wenn sie reif sind. Unreif sind beide als grüne Peperoni, die keine eigene Sorte darstellen, im Angebot. Orangefarbene und schwarze Schoten sind neue Züchtungen aus Holland.

Mit oder ohne Haut?
Geschält sind Peperoni besser verträglich und erst noch schmackhafter. Am einfachsten geschieht dies durch Rösten im Backofen und das geht so: Peperoni sechsteln oder achteln, entkernen. Mit der Hautseite nach oben auf Backpapier im 200 °C heissen Backofen mit zugeschaltetem Grill 5–10 Minuten rösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. In einem Gefrierbeutel 5 Minuten ruhen lassen, dann die Haut abziehen.
Mit dieser Methode entfaltet sich gleichzeitig ein wunderbares Aroma.



PEPERONATA

Gemüsegericht mit geschälten Peperoni
3–4 Portionen als Gemüsebeilage

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3 Peperoni (Gemüsepaprika), gelb, rot und grün, ca. 500 g
     mit der Ofenmethode schälen (siehe oben), schräg in ca. 1 cm breite Streifen schneiden, = ca. 200 g.

250 g Tomaten
     schälen und entkernen, siehe hier. Ebenfalls in Streifen schneiden (Schalen und Kerne im Tiefkühler sammeln und später für eine Tomatenessenz verwenden).

6 schwarze Oliven
     vierteln.

Kann bis hierher vorbereitet werden! 



1 EL Olivenöl
1 Zwiebel (60 g), in Lamellen
1 Zweig Rosmarin, gehackte Nadeln

     anziehen, bis die Zwiebelstreifen leicht Farbe annehmen.

1 Knoblauchzehe, in Scheibchen (Trüffelhobel!)
1 rote Chilischote, entkernt, gehackt

     dazugeben, kurz mitbraten.

1 EL Aceto balsamico rosso
     samt Peperoni-Streifen und Oliven beigeben, kurz köcheln lassen.
     Schliesslich die Tomaten dazugeben, alles nur kurz dünsten, damit die Tomaten nicht zerfallen.

1/2 TL Salz, Pfeffer aus der Mühle
     abschmecken.

wenig scharf

Tipps:
  • Peperonata ist ideale Begleiterin von mediterranen Zubereitungen, passt jedoch auch gut als Gemüsebeilage zu Schmorgerichten und Grilladen
  • auch Pasta-Sauce, oder für eine gefüllte Polenta (folgt!)
  • wer die Peperoni zum Schälen lieber auf dem Grill rösten will, findet hier die Anleitung dazu!

5. Juli 2017

LOW CARB

Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
kann kein Knopf die Bluse halten!
Bei mir
sind es gerade die Hemden, die etwas zu stramm sitzen und der Hosenbund kneift. Nicht, dass die Knöpfe abspringen würden, aber es sieht natürlich alles andere als elegant aus und ausserdem fühle ich mich so nicht wohl.

Ich zähle
deswegen aber keine Kalorien, und mache keine Diät!
Ich spare einfach Kohlenhydrate – und zwar lediglich am Abend!

«Low Carb» nennt sich das.
Dabei wird darauf geachtet, den Kohlenhydrat-Anteil im Essen zu reduzieren. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf das Gewicht aus, sondern auch auf die Gesundheit.

Mehr Informationen gibt es bei mir auf dieser Seite:
LOW CARB
Voller Geschmack, wenig oder keine Kohlenhydrate




GEFÜLLTE PEPERONI «LOW CARB»

2 Portionen als Hauptgericht

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GRATIN-TOP:
100 g Joghurt nature (oder Crème fraîche)
1 Eigelb
1 gute Prise Safranfäden
1/8 TL Salz, Pfeffer aus der Mühle

     gut mischen, ziehen lassen (Safran).



PEPERONI:
2 Peperoni (Gemüsepaprika), rot und gelb
wenig Olivenöl

     Peperoni samt dem Stiel längs halbieren [Tipp: beim Stiel beginnen!], Samen und helle Zwischenwände entfernen.
     Mit wenig Öl innen und aussen bepinseln (Stiele nicht vergessen!).
     Mit der Öffnung nach oben auf ein beschichtetes (Kuchen-)Blech (oder geölte Gratin-Form) setzen.

FÜLLUNG:
100 g Stangensellerie
150 g Chinakohl

     Sellerie klein würfeln, Kohl in feine Streifen schneiden, separat beiseitestellen.

180 g Pouletbrust
1/2 EL Olivenöl zum Braten

     Fleisch klein würfeln, im gut heissen Öl unter Wenden braten, bis es etwas Farbe annimmt.

1 Schalotte (30 g), gehackt
Gewürzsalz

     beigeben, kurz mitdünsten, würzen.
     Aus der Pfanne heben, beiseitestellen.

     Hitze reduzieren, Selleriewürfelchen in der selben Pfanne weich dünsten (allenfalls noch etwas Öl beigeben).
     Schliesslich die Kohlstreifen beigeben, unter Wenden langsam zusammenfallen lassen [nein, jetzt braucht es kein zusätzliches Öl mehr!].

Salz, Pfeffer aus der Mühle
     Fleisch wieder beigeben, alles würzen.

50 g Mozzarella di Bufala (Büffel-Mozzarella)
     zerzupfen, daruntermischen.

Währenddessen Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.

     Peperoni 10 Minuten in der Ofenmitte vorgaren.

Kann bis hierher vorbereitet werden!
     Peperoni-Hälften mit der Masse füllen, restliche Füllung rundherum verteilen.
In der Ofenmitte 5 Minuten garen.

     Gratin-Top darüber verteilen, weitere 10 Minuten fertig backen.

     Als Low-Carb-Gericht ohne Kohlenhydrat-Beilage servieren!
     Ansonsten passt etwas Reis gut dazu.

nicht scharf






Weitere Rezepte
dieser Art sind hier rechts in der Liste «TAGS» unter «LOW CARB» zu finden – selbstverständlich ohne Beilage zu geniessen!

2. Juli 2017

TRIP NORDOST-THAILAND UND VIENTIANE (LAOS) 2017

Zwei Wochen unterwegs im «Isan» – dem Nordosten Thailands –, 
in Vientiane – der Hauptstadt von Laos – und auf dem Rückweg ein Stopover in Thailands Metropole Bangkok


Durch den Nationalpark «Khao Sok», etwa 30 km von mir entfernt

Khao Lak – Bangkok: 800 km

Los ging's
von meinem Domizil im Süden Thailands (nahe Khao Lak) mit dem Auto erst einmal nordwärts: durch den Nationalpark «Khao Sok», über Surat Thani, Chumphon und Hua Hin nach Bangkok.
Diese Strecke von etwa 800 km kann gut in einem Tag zurückgelegt werden, selbst wenn man einige Pausen einlegt, wie wir das jeweils machen.

Auf dem gebührenpflichtigen Highway: die «Brücken-Autobahn» mitten durch Bangkok

Bangkok – Nong Khai: 625 km

Anderntags
fuhren wir weiter in den Nordosten Thailands, über Nakhon Ratchasima (besser bekannt als «Khorat»), Khon Kaen und Udon Thani nach Nong Khai an der laotischen Grenze.
Die Strassen sind durchwegs gut, vier- bis sechsspurig (Highway und Superhighway), der Verkehr flüssig und mehrheitlich diszipliniert, gehupt wird praktisch nie.
Auf den Highways ist die Geschwindigkeit für Personenwagen auf 90 km/h beschränkt. Selbstverständlich gibt es, wie überall, auch immer ein paar Raser, Drängler und «Slalomfahrer», um schneller ans Ziel zu gelangen – oder aber um durch Geschwindigkeitskontrollen plus Bussgeld einiges später anzukommen!

«Phanom Rung»
auch als «Angkor Wat von Thailand» bezeichnet
Östlich von Khorat
liegt der imposante Tempelkomplex «Phanom Rung», im 10. bis 12. Jahrhundert von den damals dort herrschenden Khmer erbaut.
«Prasat Hin Khao Phanom Rung», wie der vollständige Name lautet, wird auch als «Angkor Wat Thailands» bezeichnet, die Anlage weist sorgfältig ausgeführte Bildhauerarbeiten auf.

Bergketten, die den Isan im Westen begrenzen
Von allen Regionen Thailands
verfügt der Nordosten über die grösste Fläche und die grösste Einwohnerzahl, nämlich rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Der «Isan», wie Thailand diesen Landesteil gerne nennt, wird im Norden durch den Mekong-Fluss begrenzt, im Westen zum Kernland sowie im Süden zu Kambodscha durch Berge. In dieser Region wird hauptsächlich Isan gesprochen, welches sowohl der Laotischen wie auch der Thailändischen Sprache ähnelt.

«Som Tam»: grüner Papayasalat
Die Küche des Isan
ist über seine Grenzen hinaus bekannt, «Som Tam» ist das wohl typischste Gericht – obwohl sein Ursprung in der laotischen Küche zu finden und der Salat aus grüner Papaya längst landesweit verbreitet ist. Ebenso berühmt sind «Laab», Salat mit gehacktem Fleisch oder «Gai Yaang», gegrilltes Huhn, und – unverzichtbar! –«Khao Niao», Klebreis.

Sonnenuntergang am Mekong bei Nong Khai mit Blick nach Laos

Nong Khai
wie oben erwähnt, war also unser nächstes Etappenziel. Das Städtchen liegt am Mekong und somit an der Grenze zu Laos.
Mehr darüber später, denn anderntags ging es bereits weiter nach Laos.

Nong Khai – Vientiane (Laos): 25 km + Rundfahrten in der Stadt

Laos
Grösse: 237'000 km2, 6,5 Mio. Einwohner, davon 600'000 in Vientiane.
Zum Vergleich: die Schweiz umfasst 41'000 km2, 8,5 Mio. Einwohner.

Vientiane
Mit zwei Freunden aus Bangkok sind wir nach Laos gefahren. Unsere Erwartungen waren nicht allzu gross und das war auch gut so.
Eine organisierte, 2-tägige Reise mit Minibus, Fahrer und Tour Guide für uns vier nach Laos hatten wir bereits von zu Hause aus gebucht: über ein Reiseunternehmen, weil wir einfach die wichtigsten Punkte von Vientiane (sprich: Wi-änn-tschaan), der laotischen Hauptstadt, sehen wollten und weil dieser Tour Operator die Formalitäten der Ein- und Ausreise (viiiel Papier!) inklusive Visum erledigte.
Ausserdem mussten wir nicht mit Kip, der Landeswährung (LAK) hantieren, wir hätten wohl einen Koffer gebraucht: es gibt zwar nur Banknoten, aber die grösste davon – 100'000 laotischer Kip – hat gerade mal einen Wert von etwa 10 Euro.

Die «Freundschaftsbrücke» über den Mekong verbindet Thailand mit Laos

Wir haben
lediglich die Hauptstadt Vientiane besucht. Sie liegt nur 24 km von der Landesgrenze entfernt, man fährt über die 1'147 m lange Freundschaftsbrücke, erbaut 1994, die erste Brücke von Thailand nach Laos über den Mekong. Zwei Fahrspuren, mittig ein Eisenbahngleis, welches allerdings gleich nach der Brücke endet und somit nicht bis in die Hauptstadt führt...

Sightseeing
In Vientiane haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht:

«Hor Kham» Tempel

«Pha That Luang», Nationalsymbol von Laos

«Patuxay» Triumphbogen
und ein Keks als Souvenir!
Siegestor: «Patuxay»
Der Triumphbogen symbolisiert Laos' Unabhängigkeit von Frankreich (1949). 1960 erbaut, ist er noch immer nicht fertiggestellt, weil Baumaterial für Villen und Wohnhäuser abgezweigt wurde...
Solche Souvenirs liebe ich: Butterbiskuit in «Patuxay»-Form!

Kulinarisch
Die laotische Küche ist stark beeinflusst von den angrenzenden Ländern China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar, die französische Küche der Kolonialherren ist nicht (mehr) präsent, ausser in Form von Baguettes und Kaffee.


Laotischer Kaffee
Die gerösteten und gemahlenen Bohnen der Sorte «Paksong» werden mittels Aufsatz in ein Glas gefiltert, der kräftige Extrakt mit Grüntee und gezuckerter Kondensmilch vermischt. Für eine kalte Variante wird der Kaffee in ein Glas über Eiswürfel gegossen.

Wir haben stets gut gegessen:
Fischsuppe
«Laab» (Salat mit gehacktem Fleisch)
«Tam Mak Hung» (grüner Papayasalat)
ganzer Fisch mit Ingwer

Meistens allerdings vietnamesisch:
«Vien Nem Neung»: Sommerrollen, die man selbst zusammenstellt.
«Vien Nem Neung»: der Mund wässert hörbar und die Augen werden ganz gross!

Reispapier, Salatblätter und viele verschiedene Kräuter, «Nem» (eine Art Wurst, siehe Bildmitte), Tofu, leckere Sösschen und Dips.
«Beerlao»: das laotische Bier schmeckt gut!

Französisch
spricht niemand mehr (gerne), kein Wunder: wer will sich schon in der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich verständigen.
Geblieben sind: Baguette, Croissants, Kolonial-Bauten, Strassennamen.
1'000 Laotischer Kip, Wert  ca. 10 Euro-Cent

Die Währung

Laotischer Kip.
kleinste Banknote = 500 LAK = ca. 0,05 Euro
grösste Banknote = 100'000 LAK = ca. 10 Euro
(wie gross muss wohl ein mit Banknoten gefüllter Koffer sein, wenn man in Laos ein Auto kauft?!)

Einkaufszentren
gibt es keine, ein täglicher Ramsch-Nachtmarkt, auf welchem Food und Bekleidung angeboten werden, muss eine diesbezügliche Nachfrage decken.

Souvenir-Shop
Wie alle Touristen wurden auch wir in ein Geschäft mit laotischem(?) Kunsthandwerk geführt. Traditionelle Stoffe, Silberschmuck, Kinkerlitzchen bis zum Schnaps mit Schlangen und anderem Getier in der Flasche. Mir kam es vor, als wenn alles importiert wäre.
Ich habe Früchte-Chips gekauft, mit all dem anderen Kram konnte ich nichts anfangen!

Duty Free
Schon anhand der Reisebeschreibung bekam ich den Eindruck, dass der sehr gut bestückte Duty Free Shop direkt an der Grenze so etwas wie der Höhepunkt einer Tour in Vientiane gehandelt wird.
Das Angebot an zollfreien Waren ist ziemlich breit, es geht von Schweizer Uhren über Schokolade, Wein und Spirituosen bis zu diversen Accessoires.

Mein Eindruck
Nicht, dass ich jetzt das Gelbe vom Ei erwartet hätte, aber als Hauptstadt ist Vientiane – ich würde mal schätzen: – etwa 30 Jahre hinter Thailand (welches sich, wohlgemerkt, in sehr vielen Belangen ebenfalls weit hinter einem westlichen Standard befindet).

Vientiane – Nong Khai: 25 km

Zurück in Nong Khai
Das französische Viertel aus der laotischen Kolonialzeit hat sich die Atmosphäre der Strassencafés und Einzelhändler bis heute bewahrt. Nong Khai war in seiner jahrhundertelangen Geschichte oft Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Laos (Lan Xang) und Siam (Ayutthaya), später auch bedroht durch die französische Kolonialmacht. Die Einflüsse sind noch heute in Architektur und Lebensart erkennbar.

Sehenswert in Nong Khai:
  • Mekong-Uferpromenade mit Blick nach Laos, mehreren Cafés, Restaurants und Bars
  • «Sala Kaeo Ku»: eine Parkanlage mit über 100 riesigen Buddha-Statuen und anderen Skulpturen aus dem religiösen Themenkreis
  • «Tha Sadet»: interessanter, überdachter Indochina Markt am Ufer des Mekong. Waren aus Thailand, Laos, Vietnam und China werden hier angeboten
  • die vietnamesischen Restaurants sind sehr zu empfehlen
  • von den Floating Restaurants auf dem Mekong wurde uns eher abgeraten
«Sala Kaeo Ku» Skulpturenpark

Nong Khai – Phu Tab Boek: 350 km

Ein Stück
sind wir dem Mekong entlanggefahren, dann ging es südwärts über Phetchabun-City auf den höchsten Berg dieser Region «Phu Tab Boek», der etwa 90 km von der Stadt entfernt ist. Eine kurvenreiche Strasse führt – zeitweise durch die Wolken – bis zum Gipfel, 1'800 müM. Ich fühlte mich fast an den Maloja-Pass (Schweiz) versetzt!
An recht steilen Abhängen wird Gemüse angepflanzt, in erster Linie Kohl, und zwar so weit das Auge reicht!

... und über allem liegt ein leichter Wohlgeruch Kohlgeruch!

Die Temperaturen
sind das ganze Jahr über für tropische Verhältnisse eher kühl und somit ideal für den Gemüseanbau. Neben Kohl und Chinakohl gibt es auch Karotten, Kartoffeln und Erdbeeren.
Zum Übernachten bestehen ganze Kolonien von kleinen Häuschen.

Auf Pick-up's verladen,
wird der Kohl talwärts – durch die Wolken! – transportiert:

video

«Wat Pha Sorn Kaew»


Phu Tab Boek – Bangkok: 400 km
Eine weitere Sehenswürdigkeit
bei Khao Kho – ebenfalls in der Provinz Phetchabun – ist «Wat Pha Sorn Kaew» (übersetzt: Tempel auf einem Glaskliff), erbaut 2004. Auf einem 830 m hohen Bergkamm gelegen, sticht die Anlage vor allem durch die 5-fache, weisse Buddha-Statue hervor.

In Bangkok
angekommen stürzten wir uns nicht gleich ins Nachtleben – wir waren einigermassen müde von all den Eindrücken dieser Etappe!

Zwei ganze Tage
nahmen wir uns Zeit in Thailands Hauptstadt: Freunde treffen, ein bisschen shoppen.
Und natürlich – für mich stets ein Muss: – ein Essen im «Somboon» Seafood Restaurant!

Immer lecker: «Somboon» Seafood Restaurant, Bangkok




Bangkok – Khao Lak: 790 km

Frühaufsteher
kommen problemlos aus Bangkok heraus, bevor der Pendlerverkehr (Stau in beiden Richtungen!) beginnt. Deshalb sind wir um 05:00 Uhr losgefahren. Mit Zwischenhalten für Proviant, Kaffee oder Tee und Mittagspause waren wir um 18:30 wieder zu Hause.

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Diese zwei Wochen
waren eindrücklich, wir haben wieder viel gesehen, viel gelacht, im Auto zur Musik mitgesungen!
Ausserdem habe ich gelernt, meine bevorzugten Internet-Radiosender via Handy drahtlos (Bluetooth) über das Audio-System des Autos zu hören – man lernt ja nie aus!

Mitbringsel | Souvenirs (?) | Beute (!)
von Unterwegs: ausschliesslich Fressalien Lebensmittel
aus Bangkok: ein paar Klamotten und Dinge, die ich in Khao Lak nicht bekomme