2. Juli 2017

TRIP NORDOST-THAILAND UND VIENTIANE (LAOS) 2017

Zwei Wochen unterwegs im «Isan» – dem Nordosten Thailands –, 
in Vientiane – der Hauptstadt von Laos – und auf dem Rückweg ein Stopover in Thailands Metropole Bangkok


Durch den Nationalpark «Khao Sok», etwa 30 km von mir entfernt

Khao Lak – Bangkok: 800 km

Los ging's
von meinem Domizil im Süden Thailands (nahe Khao Lak) mit dem Auto erst einmal nordwärts: durch den Nationalpark «Khao Sok», über Surat Thani, Chumphon und Hua Hin nach Bangkok.
Diese Strecke von etwa 800 km kann gut in einem Tag zurückgelegt werden, selbst wenn man einige Pausen einlegt, wie wir das jeweils machen.

Auf dem gebührenpflichtigen Highway: die «Brücken-Autobahn» mitten durch Bangkok

Bangkok – Nong Khai: 625 km

Anderntags
fuhren wir weiter in den Nordosten Thailands, über Nakhon Ratchasima (besser bekannt als «Khorat»), Khon Kaen und Udon Thani nach Nong Khai an der laotischen Grenze.
Die Strassen sind durchwegs gut, vier- bis sechsspurig (Highway und Superhighway), der Verkehr flüssig und mehrheitlich diszipliniert, gehupt wird praktisch nie.
Auf den Highways ist die Geschwindigkeit für Personenwagen auf 90 km/h beschränkt. Selbstverständlich gibt es, wie überall, auch immer ein paar Raser, Drängler und «Slalomfahrer», um schneller ans Ziel zu gelangen – oder aber um durch Geschwindigkeitskontrollen plus Bussgeld einiges später anzukommen!

«Phanom Rung»
auch als «Angkor Wat von Thailand» bezeichnet
Östlich von Khorat
liegt der imposante Tempelkomplex «Phanom Rung», im 10. bis 12. Jahrhundert von den damals dort herrschenden Khmer erbaut.
«Prasat Hin Khao Phanom Rung», wie der vollständige Name lautet, wird auch als «Angkor Wat Thailands» bezeichnet, die Anlage weist sorgfältig ausgeführte Bildhauerarbeiten auf.

Bergketten, die den Isan im Westen begrenzen
Von allen Regionen Thailands
verfügt der Nordosten über die grösste Fläche und die grösste Einwohnerzahl, nämlich rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Der «Isan», wie Thailand diesen Landesteil gerne nennt, wird im Norden durch den Mekong-Fluss begrenzt, im Westen zum Kernland sowie im Süden zu Kambodscha durch Berge. In dieser Region wird hauptsächlich Isan gesprochen, welches sowohl der Laotischen wie auch der Thailändischen Sprache ähnelt.

«Som Tam»: grüner Papayasalat
Die Küche des Isan
ist über seine Grenzen hinaus bekannt, «Som Tam» ist das wohl typischste Gericht – obwohl sein Ursprung in der laotischen Küche zu finden und der Salat aus grüner Papaya längst landesweit verbreitet ist. Ebenso berühmt sind «Laab», Salat mit gehacktem Fleisch oder «Gai Yaang», gegrilltes Huhn, und – unverzichtbar! –«Khao Niao», Klebreis.

Sonnenuntergang am Mekong bei Nong Khai mit Blick nach Laos

Nong Khai
wie oben erwähnt, war also unser nächstes Etappenziel. Das Städtchen liegt am Mekong und somit an der Grenze zu Laos.
Mehr darüber später, denn anderntags ging es bereits weiter nach Laos.

Nong Khai – Vientiane (Laos): 25 km + Rundfahrten in der Stadt

Laos
Grösse: 237'000 km2, 6,5 Mio. Einwohner, davon 600'000 in Vientiane.
Zum Vergleich: die Schweiz umfasst 41'000 km2, 8,5 Mio. Einwohner.

Vientiane
Mit zwei Freunden aus Bangkok sind wir nach Laos gefahren. Unsere Erwartungen waren nicht allzu gross und das war auch gut so.
Eine organisierte, 2-tägige Reise mit Minibus, Fahrer und Tour Guide für uns vier nach Laos hatten wir bereits von zu Hause aus gebucht: über ein Reiseunternehmen, weil wir einfach die wichtigsten Punkte von Vientiane (sprich: Wi-änn-tschaan), der laotischen Hauptstadt, sehen wollten und weil dieser Tour Operator die Formalitäten der Ein- und Ausreise (viiiel Papier!) inklusive Visum erledigte.
Ausserdem mussten wir nicht mit Kip, der Landeswährung (LAK) hantieren, wir hätten wohl einen Koffer gebraucht: es gibt zwar nur Banknoten, aber die grösste davon – 100'000 laotischer Kip – hat gerade mal einen Wert von etwa 10 Euro.

Die «Freundschaftsbrücke» über den Mekong verbindet Thailand mit Laos

Wir haben
lediglich die Hauptstadt Vientiane besucht. Sie liegt nur 24 km von der Landesgrenze entfernt, man fährt über die 1'147 m lange Freundschaftsbrücke, erbaut 1994, die erste Brücke von Thailand nach Laos über den Mekong. Zwei Fahrspuren, mittig ein Eisenbahngleis, welches allerdings gleich nach der Brücke endet und somit nicht bis in die Hauptstadt führt...

Sightseeing
In Vientiane haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht:

«Hor Kham» Tempel

«Pha That Luang», Nationalsymbol von Laos

«Patuxay» Triumphbogen
und ein Keks als Souvenir!
Siegestor: «Patuxay»
Der Triumphbogen symbolisiert Laos' Unabhängigkeit von Frankreich (1949). 1960 erbaut, ist er noch immer nicht fertiggestellt, weil Baumaterial für Villen und Wohnhäuser abgezweigt wurde...
Solche Souvenirs liebe ich: Butterbiskuit in «Patuxay»-Form!

Kulinarisch
Die laotische Küche ist stark beeinflusst von den angrenzenden Ländern China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar, die französische Küche der Kolonialherren ist nicht (mehr) präsent, ausser in Form von Baguettes und Kaffee.


Laotischer Kaffee
Die gerösteten und gemahlenen Bohnen der Sorte «Paksong» werden mittels Aufsatz in ein Glas gefiltert, der kräftige Extrakt mit Grüntee und gezuckerter Kondensmilch vermischt. Für eine kalte Variante wird der Kaffee in ein Glas über Eiswürfel gegossen.

Wir haben stets gut gegessen:
Fischsuppe
«Laab» (Salat mit gehacktem Fleisch)
«Tam Mak Hung» (grüner Papayasalat)
ganzer Fisch mit Ingwer

Meistens allerdings vietnamesisch:
«Vien Nem Neung»: Sommerrollen, die man selbst zusammenstellt.
«Vien Nem Neung»: der Mund wässert hörbar und die Augen werden ganz gross!

Reispapier, Salatblätter und viele verschiedene Kräuter, «Nem» (eine Art Wurst, siehe Bildmitte), Tofu, leckere Sösschen und Dips.
«Beerlao»: das laotische Bier schmeckt gut!

Französisch
spricht niemand mehr (gerne), kein Wunder: wer will sich schon in der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich verständigen.
Geblieben sind: Baguette, Croissants, Kolonial-Bauten, Strassennamen.
1'000 Laotischer Kip, Wert  ca. 10 Euro-Cent

Die Währung

Laotischer Kip.
kleinste Banknote = 500 LAK = ca. 0,05 Euro
grösste Banknote = 100'000 LAK = ca. 10 Euro
(wie gross muss wohl ein mit Banknoten gefüllter Koffer sein, wenn man in Laos ein Auto kauft?!)

Einkaufszentren
gibt es keine, ein täglicher Ramsch-Nachtmarkt, auf welchem Food und Bekleidung angeboten werden, muss eine diesbezügliche Nachfrage decken.

Souvenir-Shop
Wie alle Touristen wurden auch wir in ein Geschäft mit laotischem(?) Kunsthandwerk geführt. Traditionelle Stoffe, Silberschmuck, Kinkerlitzchen bis zum Schnaps mit Schlangen und anderem Getier in der Flasche. Mir kam es vor, als wenn alles importiert wäre.
Ich habe Früchte-Chips gekauft, mit all dem anderen Kram konnte ich nichts anfangen!

Duty Free
Schon anhand der Reisebeschreibung bekam ich den Eindruck, dass der sehr gut bestückte Duty Free Shop direkt an der Grenze so etwas wie der Höhepunkt einer Tour in Vientiane gehandelt wird.
Das Angebot an zollfreien Waren ist ziemlich breit, es geht von Schweizer Uhren über Schokolade, Wein und Spirituosen bis zu diversen Accessoires.

Mein Eindruck
Nicht, dass ich jetzt das Gelbe vom Ei erwartet hätte, aber als Hauptstadt ist Vientiane – ich würde mal schätzen: – etwa 30 Jahre hinter Thailand (welches sich, wohlgemerkt, in sehr vielen Belangen ebenfalls weit hinter einem westlichen Standard befindet).

Vientiane – Nong Khai: 25 km

Zurück in Nong Khai
Das französische Viertel aus der laotischen Kolonialzeit hat sich die Atmosphäre der Strassencafés und Einzelhändler bis heute bewahrt. Nong Khai war in seiner jahrhundertelangen Geschichte oft Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Laos (Lan Xang) und Siam (Ayutthaya), später auch bedroht durch die französische Kolonialmacht. Die Einflüsse sind noch heute in Architektur und Lebensart erkennbar.

Sehenswert in Nong Khai:
  • Mekong-Uferpromenade mit Blick nach Laos, mehreren Cafés, Restaurants und Bars
  • «Sala Kaeo Ku»: eine Parkanlage mit über 100 riesigen Buddha-Statuen und anderen Skulpturen aus dem religiösen Themenkreis
  • «Tha Sadet»: interessanter, überdachter Indochina Markt am Ufer des Mekong. Waren aus Thailand, Laos, Vietnam und China werden hier angeboten
  • die vietnamesischen Restaurants sind sehr zu empfehlen
  • von den Floating Restaurants auf dem Mekong wurde uns eher abgeraten
«Sala Kaeo Ku» Skulpturenpark

Nong Khai – Phu Tab Boek: 350 km

Ein Stück
sind wir dem Mekong entlanggefahren, dann ging es südwärts über Phetchabun-City auf den höchsten Berg dieser Region «Phu Tab Boek», der etwa 90 km von der Stadt entfernt ist. Eine kurvenreiche Strasse führt – zeitweise durch die Wolken – bis zum Gipfel, 1'800 müM. Ich fühlte mich fast an den Maloja-Pass (Schweiz) versetzt!
An recht steilen Abhängen wird Gemüse angepflanzt, in erster Linie Kohl, und zwar so weit das Auge reicht!

... und über allem liegt ein leichter Wohlgeruch Kohlgeruch!

Die Temperaturen
sind das ganze Jahr über für tropische Verhältnisse eher kühl und somit ideal für den Gemüseanbau. Neben Kohl und Chinakohl gibt es auch Karotten, Kartoffeln und Erdbeeren.
Zum Übernachten bestehen ganze Kolonien von kleinen Häuschen.

Auf Pick-up's verladen,
wird der Kohl talwärts – durch die Wolken! – transportiert:


«Wat Pha Sorn Kaew»


Phu Tab Boek – Bangkok: 400 km
Eine weitere Sehenswürdigkeit
bei Khao Kho – ebenfalls in der Provinz Phetchabun – ist «Wat Pha Sorn Kaew» (übersetzt: Tempel auf einem Glaskliff), erbaut 2004. Auf einem 830 m hohen Bergkamm gelegen, sticht die Anlage vor allem durch die 5-fache, weisse Buddha-Statue hervor.

In Bangkok
angekommen stürzten wir uns nicht gleich ins Nachtleben – wir waren einigermassen müde von all den Eindrücken dieser Etappe!

Zwei ganze Tage
nahmen wir uns Zeit in Thailands Hauptstadt: Freunde treffen, ein bisschen shoppen.
Und natürlich – für mich stets ein Muss: – ein Essen im «Somboon» Seafood Restaurant!

Immer lecker: «Somboon» Seafood Restaurant, Bangkok




Bangkok – Khao Lak: 790 km

Frühaufsteher
kommen problemlos aus Bangkok heraus, bevor der Pendlerverkehr (Stau in beiden Richtungen!) beginnt. Deshalb sind wir um 05:00 Uhr losgefahren. Mit Zwischenhalten für Proviant, Kaffee oder Tee und Mittagspause waren wir um 18:30 wieder zu Hause.

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Diese zwei Wochen
waren eindrücklich, wir haben wieder viel gesehen, viel gelacht, im Auto zur Musik mitgesungen!
Ausserdem habe ich gelernt, meine bevorzugten Internet-Radiosender via Handy drahtlos (Bluetooth) über das Audio-System des Autos zu hören – man lernt ja nie aus!

Mitbringsel | Souvenirs (?) | Beute (!)
von Unterwegs: ausschliesslich Fressalien Lebensmittel
aus Bangkok: ein paar Klamotten und Dinge, die ich in Khao Lak nicht bekomme


Kommentare:

  1. Ach - Felix. Heimweh kommt auf!!!
    Ich habe vor Jahren teilweise die selben interessanten Orte, Tempel, etc. aufgesucht und ebenso die Freundschaftsbrücke überquert. Im Süden die riesigen Mekong-Wasserfälle gesehen und bin zwischen den 4'000 Inseln (Si Pha Don) mit den angeblich schönsten Sonnenuntergängen "rumgeshipert".
    Viiiielen Dank für deinen interessanten Bericht, der mich mit offenen Augen träumen lässt!

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    1. Gerne! Auch mir wird diese Reise in bester Erinnerung bleiben!

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  2. Grossartig wie alle Deine BLOGS,macht Lust auf Nong Khai plus Phanom Rung und den ganzen Isaan, kennen wir noch nicht......Vientiane sidestep lassen wir aus, einmal hat gereicht...
    Und das Restaurant Somboon wird zur Pflicht, von HuaHin aus nicht allzuweit.....
    Wetter hat auch gepasst, wie Deine Bilder zeigen....wir sind Anfang Oktober wieder in Khao Lak...bis dann..Paul und Trixi

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  3. Danke für diesen eindrucksvollen Reisebericht, es liest sich so, als hättet ihr beiden eine wunderschöne Reise gehabt.
    (übrigens: der Link zu Vien Nem Neung funktioniert leider nicht)

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    1. Ja, es war wirklich schön!
      (bei Vien Nem Neung gibt es gar keinen Link, nur beim Papayasalat und Laab!)

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  4. So ein toller Reisebericht! Nun freu ich mich noch viel mehr auf die hier grausliche Jahreszeit, um ihr in deine Richtung entkommen zu können. Den Restauranttipp für Bangkok habe ich schon notiert.

    Vielen Dank fürs Mitnehmen!

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    1. Danke und gerne! Auch wenn's nur virtuell ist!

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  5. Du weckst mein Fernweh! Wer weiß, vielleicht schaffen Herr H. und ich ja noch einmal ein so weiter Reise. Dann greife ich gern auf deine Informationen zurück. :-)

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    1. Ihr dürft gerne auf mich zukommen, sollte es euch dereinst hierher ziehen!

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  6. Lieber Felix, ein wunderschöner und spannender Reisebericht.Danke vielmals. Euch eine gute Zeit und viiiiiele Grüsse aus der CH.
    Carmen

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    1. Danke, liebe Carmen!
      Auch euch eine schöne Zeit,
      FEL!X

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  7. Lieber Felix,
    ein wunderbar einfühlsamer Reisebericht. Ich fühlte mich in die Reise eingebettet und erlebte eine mir unbekannte Welt. Tolle Fotos.
    Alles was du in die Hand nimmst, gelingt dir mit Bravour. Kompliment.
    Liebe Grüße aus Hessen

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    1. Danke, liebe Brigitte! Ich nehme dies als grosses Kompliment!

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