29. September 2017

PIZZAPIZZA!

Ich stelle fest:
in meinem Rezeptverzeichnis gibt es noch keine Pizza! Dies, obwohl es bei mir mindestens einmal monatlich eine gibt.

Wer Pizza
lieber nicht selber backen möchte, soll sie ruhig beim Pizza-Kurier bestellen oder in der Pizzeria seines Vertrauens geniessen.

Wer jedoch
weiter liest, sei gewarnt: Pizza selber backen kann nämlich süchtig machen! Denn: individueller geht’s nicht mehr und die Zubereitung ist einfacher, als man vielleicht zunächst denkt.

Ich bin zwar kein Pizzaiolo
schwitze aber beim Zubereiten ebenso, wie wenn ich vor einem Holzofen stehen würde! Das hat natürlich weniger mit einem imaginären, lodernden Ofen als mit den hier herrschenden Umgebungstemperaturen zu tun!

Gute Hitze
muss aber schon sein, denn nur wenn die Pizza sehr heiss gebacken wird, entsteht ein wunderbar knuspriger Boden.
In einem Holzofen geschieht dies bei Temperaturen zwischen 300 und 400 °C während gerade mal 2 bis 3 Minuten! In einem Haushaltbackofen sind in der Regel lediglich 250 °C möglich, wodurch sich die Backzeit verlängert. Ein vorgeheizter Pizzastein anstelle des Backblechs verbessert das Resultat.

Die Sache mit dem Rand.
Bei einer Pizza muss kein Rand geformt werden, dieser bildet sich beim Backen von selbst: der rundherum knapp 2 cm breit freigelassene, unbelegte Teig geht auf und so entsteht automatisch ein Rand.

Hier kommt 
eine meiner Lieblings-Pizzen:


PIZZA MIT SPINAT, BAUMNÜSSEN UND ROQUEFORT

für eine Pizza von ca. 35 cm ø

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AM MORGEN:
PIZZATEIG:

130 g Weizenmehl T 550
30 g Hartweizendunst (Pasta-Mehl)
1/4 TL Trockenhefe
1/2 TL Rosmarin, gehackt
1/4 TL Thymianblättchen
     mischen.

80 ml Wasser, kalt
1/2 TL Backmalz (oder Honig)
1/2 TL Salz
     gut mischen.

1 EL Olivenöl
     samt der Flüssigkeit zum Mehl geben, 15 Minuten kneten.
     Zugedeckt in der Küche bis zum Abend gehen lassen.
     Wer diese Zeit nicht hat, lässt den Teig im lauwarmen Ofen 45 Minuten gehen.

AM ABEND:
     Teig auf ein Backpapier geben, flach drücken, kurz entspannen lassen. Dann ca. 35 cm rund und mit Hilfe von wenig Mehl (nur auf die Oberseite streuen) sehr dünn auswallen. Das Backpapier dabei immer wieder auf der Arbeitsfläche drehen.

     Backofen samt Pizzastein (falls vorhanden, sonst samt Ofenblech mit der Unterseite nach oben) auf 250 °C vorheizen. Langes Vorheizen ist wichtig für einen knusprigen Boden!

2 TL Chiliöl (nach Belieben)
     Pizzaboden beträufeln, mit einem Pinsel gleichmässig über den ganzen Teig verteilen (keinen Rand freilassen!).

100 g Passata (oder eine andere, dickflüssige Tomatensauce)
1/2 B. Basilikum, abgezupfte Blättchen
75 g Blattspinat blanchiert (oder TK aufgetaut), ausgedrückt, zerzupft
2 Knoblauchzehen, hauchdünn in Olivenöl gehobelt (Trüffelhobel!)
6–8 schwarze Oliven, geviertelt
20 g Baumnüsse (Walnüsse), grob gehackt
60 g Mozzarella, zerzupft oder gewürfelt
40 g Blauschimmelkäse (Roquefort oder Gorgonzola)
Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl
     nacheinander auf dem Boden bis knapp zum Rand verteilen, mit Pfeffer würzen, zum Schluss mit dem Olivenöl (wichtig: nicht geizen!) beträufeln.
     Ich verwende weder Pizza-Gewürz noch italienische Kräutermischung: Rosmarin und Thymian im Teig sind mir genug!

     Pizza samt Backpapier mit Hilfe eines Holzschiebers (oder einem Brett) auf Pizzastein oder Blech ziehen, 8–10 Minuten knusprig braun backen. Dabei das Backpapier nach 3 Minuten wegziehen.

wenig scharf (Chiliöl)

Weitere Zutaten (entweder oder, nicht alle zusammen!):
  • frische Kräuter nach Belieben: Majoran, Oregano
  • Tomaten, in dünnen Scheiben
  • getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
  • Artischockenherzen aus der Dose, in Scheiben oder geviertelt
  • Sardellen, längs halbiert
  • Champignons oder andere Pilze, in Scheiben gedünstet
  • Pecorino, Parmesan, Fontina (einen Teil Mozzarella ersetzen)
  • Kapern, gewässert 
  • Zwiebelringe, kurz in Salzwasser blanchiert 
  • gekochter Schinken, in Streifen
  • Thunfisch aus der Dose (anstelle von Schinken)
  • Crevetten oder andere Meeresfrüchte (ebenfalls anstelle von Schinken)
  • gelbe Peperoni, geschält, in Streifen
  • Auberginenscheiben, grilliert
  • Rohschinken, in feinen Tranchen (erst zum Schluss der Backzeit darauf legen)

Weniger ist mehr!
     Den Teig besser mit nur wenigen Zutaten belegen, denn wenn zu viel auf den sorgfältig dünn ausgewallten Teig gepackt wird, gibt das eher eine Quiche, aber nie eine richtige Pizza!



27. September 2017

AUBERGINENSALAT

Auberginen
gibt es in Thailand in einer grossen Vielfalt: lang und relativ dünn wie eine Salatgurke in hellgrün «ma-khüüa-yao» und violett; klein und dünn wie etwa ein dicker Daumen und ebenfalls violett; dann die lediglich erbsengrossen grünen «ma-khüüa-phuang» und schliesslich eigross «ma-khüüa-prau» in weiss, weiss-violett oder weiss-grün gestreift.

Jede Sorte
hat ihre Verwendungszwecke, sie werden entweder mitgekocht oder aber roh mit verschiedenen Chilisaucen (nam phrik in Varianten) gegessen.

Für nachstehenden Salat
werden die zuerst aufgezählten, langen grünen Auberginen verwendet, weil diese auch nach dem Garen ihre hellgrüne Farbe behalten.



YAM MA-KHÜÜA-YAO

Salat mit langen, grünen Auberginen
authentisches Thai-Gericht
2 Portionen als Hauptgericht, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren

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AUBERGINEN:
3–4 lange, grüne Auberginen, 450–500 g
     Stielansatz wegschneiden, unter dem Backofengrill 12–14 Minuten rösten, bis die Haut braun (aber nicht schwarz!) wird.
     Mit Klarsichtfolie bedeckt leicht abkühlen lassen, bis man die Auberginen anfassen kann (unterdessen das Dressing zubereiten).
     Feine Haut der Auberginen abziehen, längs halbieren oder vierteln und in ca. 5 cm lange Stücke schneiden.
     Auf einer Servierplatte anrichten.



THAI-DRESSING:
1 EL Limettensaft
 (Limettenpresse!)
1 EL Fischsauce 
(oder Sojasauce)
2 TL Palmzuckersirup (oder 1 TL Zucker)

     mischen.

1–2 Chilischoten, entkernt, gehackt
 oder in Scheibchen
1 Büschelchen Koriander, Stängel fein gehackt (Blättchen beiseitelegen)
1 Knoblauchzehe, fein gehackt

     beigeben, mischen.

4 kleine Thai-Schalotten, in Ringe gehobelt
2–3 Frühlingszwiebelchen, diagonal geschnitten
3–4 Zweige Pfefferminze, abgezupfte Blättchen

     samt den Korianderblättchen auf den Auberginen verteilen.
     Mit dem Dressing beträufeln.
     Lauwarm oder kalt servieren.

mittelscharf (bei Verwendung von 2 Chilis)

In Thailand werden Salate dieser Art stets mit Reis gegessen.

Tipps:
  • reichhaltiger: mit 2 gekochten, geviertelten Eiern anrichten
  • mit anderen Auberginenarten zubereitet, würde der Salat unansehnlich braun aussehen 

Ein weiterer Auberginensalat
aus den eigrossen, weiss-grünen «ma-khüüa-prau»:
Auberginensalat mit Sesam-Nori
... ebenfalls sehr lecker!


24. September 2017

ANANAS & PFEFFERMINZE

Von einem himmlischen Dessert
sollten bereits heute all jene träumen, die am Jahresende eine fruchtige Nachspeise servieren möchten.
Was schreibe ich?! – nicht träumen, sondern schon jetzt vorbereiten!

Es geht um
Ananas, welche mit Pfefferminze eingelegt wird und so zwei bis drei Monate ruhen sollte, um ganz wunderbare, aussergewöhnliche Aromen zu entfalten.
Danach werden die Ananaswürfel mit einer Kugel Vanille-Glacé serviert.
Stressfrei, da alles bereits vorbereitet wurde.

Heute ist der 24ste September, also drei Monate bis Weihnachten – auf geht's!



ANANAS MIT PFEFFERMINZE EINGELEGT

bis zu 6 Portionen als Dessert mit Vanille-Glacé serviert
für ein Einmachglas von ca. 750 ml


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2–3 MONATE VOR DEM SERVIEREN
1 mittelgrosse Ananas, ca. 650 g, ohne Blattschopf 500 g
     schälen, achteln, harten Strunk wegschneiden, Fruchtfleisch in ca. 3 cm grosse Stücke schneiden (= ca. 375 g).



1 Vanilleschote
     aufschlitzen, mit den Ananasstücken in ein Einmachglas schichten.

350 ml weisser Rum 40-Vol.-%
     bereitstellen.

1–2 Bund Pfefferminze
     die Blättchen zupfen, es sollte etwa 1 Tasse (12–15 g) ergeben.

125 g Zucker
     Minzeblättchen in einem Mörser oder einer Reibschale mit 40 g Zucker fein zerreiben, dabei bereits etwas Rum beimischen, damit die Minze nicht braun wird.
     In ein Pfännchen füllen, den restlichen Zucker und gut die Hälfte vom Rum dazugeben.
     Leicht und nur so lange unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat (der Alkohol darf wegen seiner konservierenden Eigenschaft nicht verdunsten!).
     Vom Feuer nehmen, zugedeckt auskühlen lassen.

     Durch ein Sieb giessen, leicht ausdrücken. Wer die Flüssigkeit ganz klar haben will, filtriert zusätzlich durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb.
     Verbleibenden Rum zur abgesiebten Flüssigkeit geben, über die Ananasstücke giessen, sie müssen damit ganz bedeckt sein, allenfalls noch etwas Rum dazugiessen.
     Sicherheitshalber mit etwas beschweren [FEL!X: runde Glasscheibe = Milchwecker!, oder ein ausgekochter, flacher Stein].

     2–3 Monate an einem dunklen, eher kühlen Ort lagern (Schlafzimmer, Keller?!).
     In den ersten Wochen das Glas ab und zu schwenken, damit sich die Aromen gut mischen und entfalten.

     Je nachdem weichen die Mengen von Ananas und Einmachglas von obenstehender Anleitung ab, deshalb hier das Verhältnis von Alkohol und Zucker, welches für die Konservierung eingehalten werden sollte:
     350 ml Rum – 125 g Zucker
     400 ml Rum – 145 g Zucker
     450 ml Rum – 160 g Zucker, usw.


SERVIEREN
     ein paar Ananasstücke mit etwas der Flüssigkeit, zusammen mit einer Kugel Vanille-Glacé (Rezept für selbst gemachtes Vanille-Eis folgt!), oder Karamell-Glacé.

Tipp: wer etwas vergesslich ist, sollte in der Agenda notieren, dass ein Dessert bereits vorbereitet wurde und es nur noch gilt, Glacé herzustellen oder einzukaufen! 😎


21. September 2017

LASAGNE MIT KÜRBIS UND PILZEN

Lasagna – Lasagne
Korrekt italienisch bedeutet Lasagna 1 Portion eines Pasta-Auflaufs, der in grösserer Menge in einer Form zubereitet wurde: die Lasagne.

Lasagnette
sind nicht etwa kleine Lasagne, sondern die Bezeichnung für eine Nudelform ähnlich den Tagliatelle.

Die Zubereitung
von Lasagne ist – zugegeben! – mit etwas Arbeit verbunden, der Aufwand lohnt sich jedoch auch für lediglich Zwei. Bei mehreren Personen werden sämtliche Zutaten beliebig vervielfacht. Lasagne können bis vor dem Backen problemlos vorbereitet werden – sogar bereits am Vortag!

Das Vorbereiten
ist bei Lasagne nicht nur eine praktische Sache, sondern tut dem Gericht geradezu gut: Lasagne, die vor dem Backen über Nacht im Kühlschrank geruht haben, schmecken einfach irgendwie besser!

Hier kommt
eine Zubereitung mit Kürbis und Pilzen.
Dank der recht flüssigen (ungekochten!) Tomatensauce müssen Lasagne-Blätter aus frischem Pasta-Teig nicht vorgekocht werden – siehe auch Tipp.



LASAGNE MIT KÜRBIS UND PILZEN

2–3 Portionen als Hauptgericht

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eine Gratin-Form von ca. 16x20 cm
Butter

     Form ausbuttern.

Backpapier
     ein Ofenblech damit belegen.

     Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.



KÜRBIS:
ca. 600 g Kürbis, «Futsu Kurokawa», «Muscat» oder «Hokkaido»
     entkernen, in ca. 6–7 mm dicke Scheiben hobeln oder schneiden, schälen (= ca. 450 g). Hokkaido-Kürbis braucht nicht geschält zu werden!
     Aus den restlichen Scheiben 4–6 beliebige Formen zum Garnieren ausstechen [FEL!X: kleine Krönchen. Es können aber auch lediglich Rondellen sein!]. Diese bis zum Backen zugedeckt beiseite stellen.

2 EL Olivenöl
1/8 TL Zimtpulver
Salz

     Öl und Zimt mischen. Kürbisscheiben und -abschnitte vom Ausstechen darin wenden, Öl leicht abstreifen (Öl auffangen!). Scheiben und Abschnitte auf dem Backpapier auslegen, leicht salzen. In der Ofenmitte 20–25 Minuten backen, bis sie leicht Farbe annehmen.
     Auskühlen lassen.

LASAGNE-BLÄTTER:
ca. 140 g Pasta-Teig
     bis Stufe 6/8 [FEL!X: KitchenAid] zu Bahnen so breit wie die Pasta-Walze auswalzen, siehe auch hier.
     In 6 Stücke, etwa so gross wie die Form, schneiden.
     Zugedeckt beiseitelegen.

PILZE: 
100 g Pilze, z.B. Kräuterseitlinge, Champignons, Austernseitlinge, etc.
     kompakte Pilze in Scheiben schneiden, jene mit flachen Lamellenhüten (z.B. Austernpilze) in Streifen reissen. In einer Schüssel mit dem aufgefangenen Zimt-Öl mischen (siehe auch Tipp).
     In einer Bratpfanne unter Wenden zusammenfallen lassen, allenfalls noch wenig Olivenöl beigeben.

2–3 kleine Schalotten (ca. 40 g), gehackt
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     dazugeben, kurz mitdünsten, würzen. Auskühlen lassen.



TOMATENSAUCE:
250 g Tomaten
1 Knoblauchzehe, grob gehackt
1 Chilischote, entkernt, gehackt (nach Belieben)
1–2 TL Aceto balsamico rosso 

2 EL Olivenöl
1 Pr. Zucker
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     Tomaten vierteln, Stielansatz herausschneiden, entkernen, siehe hier! Kerne anderweitig verwenden, siehe Tomaten-Essenz!
     Samt den weiteren Zutaten mit dem Zauberstab oder im Mixer pürieren, abschmecken (= ca. 225 g).

RAHM-KÄSE-SAUCE:
200 g Rahm
100 g Fontina (oder Raclette-Käse, Edamer), gerieben

     sanft erwärmen, bis der Käse geschmolzen ist. Leicht abkühlen lassen.

1 Eigelb
50 g Frischkäse (oder Quark)
wenig Salz, Pfeffer aus der Mühle

     darunter rühren, abschmecken (= 350 g).

FERTIGSTELLEN:
  • 45 g Tomatensauce in der Form verteilen
  • 1. Blatt Pasta-Teig (nicht vorgekocht!) darauf legen
  • 1/3 der Kürbisscheiben darauf geben
  • 60 g Rahmsauce darauf verteilen
  • 2. Blatt Pasta-Teig darauf legen
  • 45 g Tomatensauce darauf verteilen
  • die Hälfte der Pilze darauf verteilen
  • 60 g Rahmsauce darauf verteilen
  • 3. Blatt Pasta-Teig darauf legen
  • 45 g Tomatensauce darauf verteilen
  • 1/3 der Kürbisscheiben darauf geben
  • 60 g Rahmsauce darauf verteilen
  • 4. Blatt Pasta-Teig darauf legen
  • 45 g Tomatensauce darauf verteilen
  • die andere Hälfte der Pilze darauf verteilen
  • 60 g Rahmsauce darauf verteilen
  • 5. Blatt Pasta-Teig darauf legen
  • restliche Tomatensauce (45 g) darauf verteilen
  • verbleibende Kürbisscheiben darauf geben
  • 60 g Rahmsauce darauf verteilen
  • 6. Blatt Pasta-Teig darauf legen
  • restliche Rahmsauce (50 g) darauf verteilen
2 EL Panko (oder Paniermehl)
1 EL Butter, in Flocken

     darauf verteilen.

Kann bis hierher – bereits am Vortag – vorbereitet werden! 
In diesem Fall zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren. 

BACKEN:
Backofen auf 200 °C (O+U) vorheizen.

     Lasagne in der Ofenmitte ca. 30 Minuten backen.
     Ausgestochene Kürbis-Formen mit wenig Olivenöl bepinseln und nach 15 Minuten der Backzeit auf der Lasagne verteilen.


wenig scharf (1 Chilischote in der Tomatensauce)

Tipps:
  • sollte dank der sehr flüssigen Tomatensauce eigentlich auch mit getrockneten Lasagne-Platten «ohne vorkochen» zubereitet werden können – ausprobiert habe ich es jedoch nicht
  • durch das vorgängige Mischen der Pilze mit etwas Öl braucht es beim Braten entschieden weniger Fettstoff 
  • bei mehreren Personen sämtliche Zutaten beliebig vervielfachen. Beim Verdoppeln der Rahmsauce das ganze Ei verwenden. Die doppelte Menge passt in eine Form von ca. 20x30 cm 

19. September 2017

APFEL-KNUSPER-TARTE

Wie wunderbar 
ein Apfelkuchen schmeckt, wenn die Äpfel dafür karamellisiert wurden, das haben Stéphanie und Caroline Tatin mit ihrer legendären «Tarte des demoiselles Tatin» längst bewiesen.

Dass eine Apfeltorte 
nicht unbedingt auf Mürbeteig gebacken werden muss, ist ebenfalls bekannt. Wo bliebe sonst der Apfelstrudel?!
Neben Strudelteig kennen wir aus Nordafrika und der Levante ebenfalls papierdünne Teigblätter: Malsouka oder Brik (Tunesien), Ouarka (Marokko), Phylloteig (Griechenland), Yufka (Türkei) und mehr.

Filoteig
[von griechisch: phýllon, Blatt] auch Phylloteig, ist – ähnlich wie Strudelteig – bereits ausgewallt erhältlich. Die hauchdünnen Blätter aus Weizenmehl und Wasser sind unter der Bezeichnung «Teighüllen für Frühlingsrollen» tiefgekühlt im Angebot. Nicht zu verwechseln mit Reispapier, welches ebenfalls für Frühlingsrollen verwendet wird.

Die Teigblätter
können nicht nur Frühlingsrollen umhüllen – dies ist wohl den meisten bekannt. Dass damit auch zartes Knuspergebäck zubereitet werden kann, zeigt diese Tarte mit Äpfeln:



APFEL-KNUSPER-TARTE

4–6 Portionen als Dessert (Einzelportionen siehe Tipp)

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1 runde Kuchenform von 18 cm ø
Backpapier, ca. 25x25 cm

     Form belegen.

Filoteigblätter 21x21 cm (Tiefkühlprodukt) 
     ganzes Teigpaket aus dem Tiefkühler in der Verpackung ca. 30 Minuten auftauen lassen.
     Es werden davon 7 Blätter benötigt.

leichtes Salzwasser
200 g kleine Äpfel, säuerliche Sorte

     schälen, vierteln, Kerngehäuse herausschneiden. Viertel in je 4 Spalten schneiden, in das Salzwasser legen (= 150 g).

30 g Zucker
1 EL Butter

     erhitzen, sobald die Butter geschmolzen ist, einmal umrühren, dann ohne weiteres Zutun hellbraun karamellisieren.

50 ml Apfelsaft
1/4 Vanilleschote, aufgeschlitzt
5 cm Zimtstange

     vom Feuer ziehen, ablöschen (Vorsicht: es kann spritzen!), Gewürze beigeben, köcheln lassen, bis sich der Karamell aufgelöst hat.
     Apfelspalten abtropfen, beigeben, kurz köcheln lassen, sie dürfen nicht zerfallen.

2 cl Calvados oder Brandy
     darüber giessen, flambieren.
     Apfelspalten herausheben, beiseite stellen. Flüssigkeit sirupartig einkochen.
     Ganze Gewürze entfernen, zugedeckt auskühlen lassen.

1 EL Butter, geschmolzen
etwas Zucker zum Bestreuen

  • Teig aus der Verpackung nehmen, 1 Blatt vorsichtig lösen, auf die Arbeitsfläche legen. Restliche Blätter mit einem feuchten Tuch vor dem Austrocknen schützen
  • Teigblatt mit Butter bepinseln und mit etwas Zucker bestreuen. In die Form legen, die Ecken dabei lose über den Rand hängen lassen. Ein zweites Blatt, gebuttert und mit Zucker bestreut um 45° versetzt darauf legen. Mit 2 weiteren Teigblättern ebenso verfahren
  • Teigblätter mit den Apfelspalten dicht belegen, die dickflüssig eingekochte Flüssigkeit darüber träufeln
  • Weitere 3 Teigblätter lösen, mit Butter bepinseln und mit Zucker bestreuen. Jedes Blatt in 9 Quadrate von 7 cm schneiden
  • Quadrate in der Mitte der nicht gebutterten Seite fassen, locker zusammennehmen und mit den Ecken nach oben auf die Apfelspalten setzen, so dass die Tarte damit ganz bedeckt ist

     Backofen auf 220 °C (O+U) vorheizen.
     Tarte auf einem Gitter in der Ofenmitte einschieben.
     Temperatur nach 5 Minuten auf 175 °C (nur noch U) zurückstellen, insgesamt
15–20 Minuten backen, bis der Teig goldbraun wird.
     In der Form auskühlen lassen.

     Nach Belieben mit Puderzucker bestreuen.

Tipps:
  • Einzelportionen: werden die Teigblätter (21x21 cm) geviertelt, können damit auch 4 kleine Förmchen von 8–10 cm ø belegt werden
  • nicht verwendete Teigblätter luftdicht verpacken und für einen späteren Gebrauch wieder tiefkühlen
  • anstelle von Filoteig können auch Strudelteigblätter verwendet werden. Diese sind in der Regel in einem grösseren Format im Angebot und müssen zugeschnitten werden
  • Salzwasser verhindert, genau wie Zitronenwasser, das Braunwerden von Früchten und Gemüse

16. September 2017

BRAMATA...

... ist eine Polenta-Variante aus grobem Maisgriess. Es bleibt ein leichter Biss, selbst wenn die Polenta cremig gekocht wird. So mag ich Polenta am liebsten, und nicht diese «Maispampe-in-zehn-Minuten»-Geschichte.

Polenta
ist sehr vielseitig und für mich nicht bloss Beilage.
Hier eine Zubereitung mit «Innenleben»:



GEFÜLLTE POLENTA

mit Peperonata und Zitronen-Mascarpone
2–3 Portionen als Hauptgericht
4–6 Portionen zu kurz gebratenem Fleisch

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POLENTA:
350 ml Gemüsebouillon (oder Wasser mit 1,5 EL Gemüsebouillon-Konzentrat)
300 ml Milch
wenig Muskatnuss, gerieben
wenig Salz
     aufkochen.

125 g Bramata (Maisgriess grob)
     einstreuen, auf kleinem Feuer unter fleissigem Rühren ca. 25 Minuten leise köcheln lassen.

25 g Parmesan, frisch gerieben
     unter die Polenta mischen (für diese Zubereitung keine Butter beifügen!).



Butter für die Form
Klarsichtfolie
     Die Hälfte der Polenta in eine gebutterte Gratin-Form von ca. 20x25 cm füllen und glattstreichen. Klarsichtfolie direkt auf die Polenta legen, restliche Polenta darauf geben, glattstreichen, ebenfalls mit Folie bedecken und auskühlen lassen.

PEPERONATA:
aus ca. 500 g Peperoni (Gemüsepaprika) zubereiten, Rezept siehe hier.

FÜLLEN:
     Obere Polenta-Schicht mittels der Folie abheben.
     Peperonata auf die Polenta in die Form geben und glattstreichen.
     Den Polenta-Deckel darauf stürzen, gut andrücken, Folie abziehen.

2 EL Butter, flüssig
     die Oberfläche bepinseln.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

FERTIGSTELLEN:
     Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.
     Polenta 30 Minuten backen.

ZITRONEN-MASCARPONE: 
125 g Mascarpone
2–3 EL Rahm
25 g Parmesan, frisch gerieben
1 Pr. Salz
     gut mischen.

1/2 Zitrone, abgeriebene Schale und Saft
     vorsichtig daruntermischen, auf die Polenta geben und mit zugeschaltetem Grill kurz gratinieren (dabeibleiben!).

wenig scharf (Chili in der Peperonata)

Tipp: die Polenta kann auch mit Ratatouille gefüllt werden.


13. September 2017

ANANAS-CURRY

Diese Zubereitung
ist weder indisch noch ceylonesisch und stammt auch nicht aus Thailands Küchen – es ist ganz einfach wieder eine Spielerei mit Gewürzen. Eine fruchtige und sehr aromatische Spielerei!

Mitspielen dürfen
Ananas, Vanille, Nelken, Zimt und Kurkuma, aber auch Chilis, Schalotten und Ingwer. Mit etwas Kokosmilch gegart und schliesslich püriert, entsteht vorerst eine cremig-aromatische Grundlage.

Entweder, oder!
Nun gilt es, zu entscheiden: bleibt das Püree so, wie es ist, schmeckt es überaus lecker als fruchtige Ananas-Curry-Sauce zu gegrilltem Fleisch. Gemischt mit gebratenen Geflügelwürfeln, wird es zu einem leckeren Pineapple-Chicken-Curry!

Für zwei, die sich mögen
zubereitet, gibt es kein «entweder/oder», sondern ein «und»! Nämlich das Ananas-Hähnchen-Curry und die Grill-Sauce für später.

ANANAS-HÄHNCHEN-CURRY

oder

ANANAS-CURRY-SAUCE FÜR GRILLADEN

Spielerei mit Gewürzen
4 Portionen als Hauptgericht (für 2 Personen siehe nachstehend!)
oder 350 g BBQ-Sauce zu Grilladen

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ANANAS-CURRY-SAUCE:
1 mittelgrosse Ananas, ca. 650 g
     Fruchtfleisch auslösen (= ca. 225 g). Klein schneiden, muss nicht gleichmässig sein, wird später püriert!



1 EL Bratbutter
1/2 Vanilleschote, sehr fein gehackt
     anziehen.

2 Chilischoten, entkernt, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
50 g Schalotten, gehackt
     mitdünsten, bis die Schalotten gerade beginnen, etwas Farbe anzunehmen.

1/8 TL Nelkenpulver
1/4 TL Zimtpulver
1/4 TL Kurkumapulver
1 EL Ingwer, gerieben
     samt Ananas beigeben, kurz mitdünsten.

125 ml Kokosmilch
1 EL Geflügel-Jus, konzentriert + 50 ml Wasser (oder 50 ml Geflügel-Fond, oder konzentrierte -Bouillon)
1/4 TL Salz
     ablöschen, aufkochen, zugedeckt 30 Minuten sanft köcheln lassen.

     Im Mixer fein pürieren (= 350 g).

     Als fruchtige BBQ-Sauce zu Grilladen verwenden, oder daraus ein Chicken-Curry zubereiten!

Kann bis hierher vorbereitet werden! 



ANANAS-HÄHNCHEN-CURRY
4 Portionen als Hauptgericht

20 g Cashewkerne
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten. Beiseitestellen.

125 ml Kokosmilch
     mit der vorbereiteten Ananas-Curry-Sauce mischen.

1 EL Bratbutter
500 g Pouletbrust (oder -Minifilets)
Gewürzsalz
     Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden, auf gutem Feuer rundum zu schöner Farbe braten (allenfalls in 2 Portionen), würzen.
     Ananas-Curry-Sauce dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, 10 Minuten ziehen lassen.

Salz
     abschmecken.
     Anrichten, Cashewkerne darüber streuen.

     Mit Reis servieren.

 wenig scharf (trotz 2 Chilischoten!)



oder für 2 Personen:

ANANAS-HÄHNCHEN-CURRY
2 Portionen als Hauptgericht

     Ananas längs halbieren, Fruchtfleisch auslösen (= ca. 225 g): zuerst ein Messer, dann einen Löffel benutzen. Klein schneiden, daraus wie oben die Ananas-Curry-Sauce zubereiten.
     Ausgehöhlte Hälften zugedeckt beiseitelegen.

60 ml Kokosmilch
     mit der Hälfte der Ananas-Curry-Sauce mischen.
     Die andere Hälfte als Grill-Sauce für später im Kühlschrank aufbewahren.

10 g Cashewkerne
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten. Beiseitestellen.

1/2 EL Bratbutter
250 g Pouletbrust (oder -Minifilets)
Gewürzsalz
     Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden, auf gutem Feuer rundum zu schöner Farbe braten, würzen.
     Ananas-Sauce dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, 10 Minuten ziehen lassen.

Salz
     abschmecken.

     In die ausgehöhlten Ananas-Hälften füllen.
     Cashewkerne darüber streuen.

     Mit Reis servieren.

 wenig scharf (trotz 2 Chilischoten!)

Tipp:  die respektable Menge der Schalotten ist kein Tippfehler!


10. September 2017

KLASSIKER: SPINAT-GRATIN



Besuche
in Bern – ob privat oder geschäftlich – endeten oft mit einem Essen im «Düdü», dem Restaurant «Du Théâtre». Damals war es das Theater-Restaurant, weder Lounge noch Club wie heute. Einfach ein Lokal, in dem man gut ass.

Ich weiss nicht,
ob der Spinat-Gratin damals – sprich: in den 1980-er Jahren – im «Düdü» legendär war. Für mich war er es jedenfalls. Und ich wollte ihn unbedingt zuhause nachkochen, was mir auch so ziemlich gelang. Es war eine klassische Zubereitung: Spinat und Champignons mit einer Sauce Hollandaise überbacken. Eigentlich fast zu üppig für eine Vorspeise oder Gemüsebeilage. Trotzdem bestellte ich den Gratin jedes Mal.

Mittlerweile
hat sich meine Version des Spinat-Gratins ziemlich verändert, Pilze dürfen anderswo dabei sein und die Sauce zum Überbacken ist bestimmt um einiges leichter, als die Hollandaise vom «Düdü».
Der Gratin kommt auch ohne die sonst für Spinat fast obligate Muskatnuss aus, dafür spielen ein Hauch Thymian und ein paar Baumnüsse mit.



SPINAT-GRATIN

2–6 Portionen als Gemüsebeilage oder Vorspeise 

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1/4 EL Butter
1/2 Schalotte, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
1/2 TL Thymian, getrocknet

     kurz anziehen.

125 ml Milch
     beigeben, aufkochen, vom Feuer nehmen, zugedeckt auskühlen lassen.



250 g Blattspinat 
     frische Spinatblätter in einer weiten Bratpfanne ohne Fett auf mittlerem Feuer unter Wenden zusammenfallen lassen, oder tiefgekühlten Blattspinat auftauen lassen. Beiseitestellen.

25 g Baumnüsse (Walnüsse) + 2–6 schöne Hälften zum Garnieren beiseitelegen
     grob hacken, in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten. Beiseitestellen.

100 ml Rahm
     Thymianmilch durch ein Sieb zum Rahm giessen.

1/2 EL Butter
1/2 EL Weizenmehl

     hell anschwitzen.
     Milch-Rahm-Mischung unter Rühren beigeben, ca. 15 Minuten sanft köcheln lassen, die Sauce sollte eine suppenartige Konsistenz erreichen. Vom Feuer nehmen.

25 g Parmesan, gerieben
1 Eigelb
1/4 TL Salz, Pfeffer aus der Mühle

     erst den Parmesan dazureiben, dann das Eigelb beigeben, mischen, abschmecken. Sollte die Sauce zu dick geraten: mit ein paar Tropfen Wasser geschmeidig rühren. Zugedeckt beiseitestellen.

2 Portionen-Gratin-Formen von 18–20 cm ø, oder 6 Soufflé-Förmchen von 8 cm ø
1/4 EL Butter

     grosszügig buttern.
     Blattspinat leicht ausdrücken, Blätter voneinander lösen und locker in den Formen verteilen.

wenig Salz, Pfeffer aus der Mühle
     würzen, gehackte Baumnüsse darüber streuen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Backofen auf 200 °C (O+U) vorheizen.

     Sauce über die Spinatblätter verteilen, diese mit der Kochpinzette etwas nach oben zupfen, damit sich die Sauce auch im unteren Bereich gut verteilt.

     Im Ofen 12–15 Minuten (je nach Ofenleistung) gratinieren.
     Mit je einer Baumnusshälfte garnieren.

nicht scharf

7. September 2017

PEPERONI TARTE TATIN

Tarte Tatin
ist ein international bekannter französischer Apfelkuchen, der «kopfüber» gebacken und später gestürzt wird.
     Über dessen Entstehung ranken mehrere Versionen: sei es aus Missgeschick einer der Schwestern Tatin, die den Teig zunächst vergessen hatte oder aber die Tarte fallen liess, sei es wegen der Tatsache, dass Ende des 19. Jahrhunderts nur wenige Haushalte in Frankreich einen Backofen besassen, und deshalb eine Tortenpfanne mit Deckel auf das offene Feuer gestellt wurde.
     Weil es so keine Oberhitze gab, wurde die Tarte nach der Hälfte der Backzeit einfach gewendet – der Teig war nun oben, der Belag unten.
     Irgendwann fanden die Frauen heraus, dass der Apfelkuchen am besten schmeckt, wenn sie die Tarte nicht wenden, sondern den Teig gleich obenauf legen: für die Oberhitze sorgten glühende Kohlen auf dem Deckel der Pfanne. Diesen Trick kannten auch die Schwestern Stéphanie und Caroline Tatin.
     Alle Anekdoten sind nett, man muss sie jedoch nicht unbedingt glauben.

Dass eine Tarte Tatin
nicht nur mit Äpfeln, sondern auch mit Gemüse gebacken werden kann, ist nicht neu. Hier kommt meine Version mit Gemüsepaprika:



PEPERONI-TOMATEN «TARTE TATIN»

für ein rundes Kuchenblech von 21–22 cm ø
2 Portionen als Hauptgericht
6–8 Portionen als Vorspeise


Einkaufsliste zum Ausdrucken

ein Stück Backpapier
     rund leicht grösser als die Form zuschneiden (erspart beim späteren Stürzen der Tarte jeglichen Ärger!).

TEIG:
Geriebener Hefeteig aus 120 g Weizenmehl, siehe hier.
     Nach dem Ruhen im Kühlschrank den Teig wieder Küchentemperatur annehmen lassen.
     Teig auf das zugeschnittene Backpapier setzen, ein Stück Klarsichtfolie darüberlegen, auf die Grösse des Papiers rund auswallen.
     Teigplatte samt der Folie auf ein Küchenbrett stürzen (das Backpapier ist jetzt oben), nochmals kühl stellen.



50 g Cherrytomaten [FEL!X: Datteltomaten]
     schälen, siehe hier.

450 g Peperoni (Gemüsepaprika) rot und gelb (ungefähr)
     mit der Ofenmethode schälen, siehe Peperoni schälen.

1 EL Kapern aus dem Salz
     wässern.

Kann bis hierher bereits am Vortag vorbereitet werden!

1/2 EL Olivenöl
50 g Schalotten, in Lamellen

     auf kleinem bis mittlerem Feuer langsam dünsten, bis die Schalotten ohne Farbe anzunehmen gar sind. Beiseitestellen.

15 g Butter, weich
1 EL Honig, flüssig

     gut mischen.
     Backpapier von der Teigplatte abziehen (Teig im Kühlschrank belassen).
     Papier mit der Honig-Butter bestreichen, dabei einen Rand von ca. 2 cm frei lassen. Mit der gebutterten Seite nach oben in die Form legen.

1 EL Pinienkerne
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten.

6 schwarze Oliven, in Streifen
     samt abgetropften Kapern und Pinienkernen auf der Honig-Butter verteilen.
     Peperoni-Streifen mit der Aussenseite nach unten dicht darauflegen. Tomaten längs halbieren, in die Zwischenräume setzen. Schalottenstreifen darüber verteilen.

Salz, Pfeffer aus der Mühle
     leicht salzen, kräftig pfeffern.

1 EL Panko (oder Paniermehl)
     darüber streuen.

     Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.

     Teigplatte aus dem Kühlschrank mit der Folie nach oben auf die Form legen, mit der flachen Hand gut andrücken.
     Mit dem Wallholz über den Formenrand rollen, Folie abziehen, überschüssigen Teig entfernen.
     Teig mit einer Gabel dicht einstechen und dem Rand entlang etwas hinunterdrücken.
     Tarte in der Ofenmitte 30–35 Minuten goldbraun backen.
     Aus dem Ofen nehmen, Form 2–3 Minuten stehen lassen.
     Rand entlang der Form lösen, mit einem Teller bedecken und umdrehen. Form entfernen, Backpapier abziehen.

1–2 Zweige Basilikum
     zerzupfte Blättchen darüber streuen oder kleine Zweige dazulegen.

     Lauwarm oder kalt servieren.

nicht scharf

Tipps:
  • anstelle von geriebenem Hefeteig kann auch Blätterteig verwendet werden, letzterer weicht jedoch rasch auf, geriebener Hefeteig ist hingegen auch anderntags noch knusprig 
  • Falls Peperoni-Streifen übrigbleiben, können diese einen Salat aufpeppen, eine Pizza bereichern oder einer Sauce beigefügt werden

Einleitungstext basierend auf:
Foede, Petra. Wie der Earl das Sandwich entdeckte. Bekannte Gerichte und ihre Geschichte. Kapitel: Tarte Tatin (Kindle-Version, German Edition)*

* Affiliate-Link zu Amazon:
Wenn über diesen Link bestellt wird, kostet der Artikel nicht mehr, ich erhalte jedoch einen kleinen «Vermittler-Bonus», mit dem ich für mein Blog wieder neue Küchenhelfer erwerben und ausprobieren kann.



4. September 2017

GEWÜRZGURKEN

Gurken lege ich
schon seit vielen Jahren ein, denn es gibt ein paar Dinge, auf die ich nicht verzichten mag. Bei Lebensmitteln sind dies ganz klar: frische Pasta, Brot, Joghurt, Senf.
Es geht um Food, den ich hier in Thailand nicht so bekomme, wie ich ihn halt einfach mag.

Dazu zählen
ebenfalls Gewürzgurken. Es gibt hier zwar welche im westlich assortierten Supermarkt, aber ...
Am liebsten mag ich die Gurken, wenn sie süsssauer eingelegt sind. Von «Gundelsheim», der «Schwäbischen Conservenfabrik am Neckar».
Gibt es aber in Thailand nicht. Gibt es sowieso nicht mehr, heisst jetzt ganz «kühn»(!)* anders.

Also:
selber einlegen. Ganz einfach! Und lecker wie damals die von «Gundelsheim»!



GEWÜRZGURKEN

süsssauer-mild eingelegt 
für ein Einmachglas von 1,7 L
oder mehrere kleinere Gläser


Einkaufsliste zum Ausdrucken

1 kg kleine, feste Einlegegurken
Salz


2–3 Chilischoten, nach Belieben
1 roter Peperoncino (Spitzpaprika), nach Belieben 


550 ml Wasser
250 ml Obst- oder Weissweinessig
45 g Zucker
2 TL Salz (13 g)
1 EL Senf- oder Korianderkörner
1 EL schwarze Pfefferkörner
3 dünne Scheiben frischer Ingwer
3 Lorbeerblätter
2 Büschelchen Dill, samt den Würzelchen




AM VORTAG
     Gurken waschen, in kochendem Wasser 1 Minute blanchieren, herausheben, kalt abschrecken.

     In eine Schüssel geben und mit kaltem Wasser bedecken. Das Wasser in einen Messbecher abgiessen und pro Liter 75 g Salz beigeben, auflösen. Wieder über die Gurken giessen, mit einem Teller beschweren (damit alle Gurken mit der Flüssigkeit bedeckt bleiben) und 18 Stunden (nicht länger!) ziehen lassen.



AM ZUBEREITUNGSTAG
     Gurken abspülen und mit kaltem Wasser bedeckt 1 Stunde stehen lassen.
     Chili und Peperoncino mit einer Nadel mehrmals einstechen.

     Wasser und Essig mit Zucker, Salz und Gewürzen erhitzen und 2 Minuten kochen. Dill samt Chili und Peperoncino beigeben. Zugedeckt beiseitestellen.
     Gurken abtropfen und samt den grösseren Zutaten in ein verschliessbares Glas (ca. 1,7 L) schichten. Die noch heisse Flüssigkeit samt Gewürzen über die Gurken giessen, so dass diese ganz bedeckt sind. Glas verschliessen, auskühlen lassen.

Halbkonserve = im Kühlschrank aufbewahren!
     Wegen des geringen Essiggehalts handelt es sich hier nicht um eine dauerhafte Konservierungsmethode, deshalb müssen die Gurken im Kühlschrank aufbewahrt werden.

wenig scharf

Tipps:
  • je nach Grösse von Gurken und Glas bleibt etwas Flüssigkeit übrig, die Gurken müssen jedoch völlig bedeckt sein 
  • zum Entnehmen eine saubere Gabel verwenden, nicht mit den Fingern ins Glas greifen!
  • bei Verwendung von Gläsern mit Schraubverschluss zwischen diesem und dem Glas ein Stück Folie (zurechtgeschnittener Gefrierbeutel!) legen, damit der Deckel durch den Essiggehalt nicht korrodiert

* Die «Schwäbische Conservenfabrik Gundelsheim» wurde von «Kühne», einem anderen (Familien-)Unternehmen übernommen.

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Dies ist ein Gastbeitrag für den Blog «Prostmahlzeit!» von Susi «Turbohausfrau».

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Wisst ihr, wie die Gurken im Spreewald geerntet werden? Mit dem «Gurkenflieger»!
Siehe hier auf «Erinnerungsengramme».



1. September 2017

BITTER MACHT FITTER!

Für viele 
ist ein bitterer Geschmack ungewohnt, denn seit Jahrzehnten setzt die Lebensmittelindustrie alles daran, bittere Geschmackskomponenten vor allem aus Gemüse wegzuzüchten.
Dabei sind Bitterstoffe gesund, sie wirken sich positiv auf die Gesundheit aus, regen die Gallenproduktion in der Leber an, besitzen so eine für die Verdauung wichtige, natürliche Regulation und sind dadurch richtige Fitmacher!

Pomelo
aus dem Holländischen «Pompelmoes», zu Deutsch «Pampelmuse» – wobei ganz klar keine Grapefruit gemeint ist. Die Pomelo entstand durch eine Rückkreuzung von Pampelmuse mit Grapefruit. Im Vergleich zur Grapefruit sind Pomelos nur leicht bitter. Das blassgelb bis rosafarbene Fruchtfleisch ist säuerlich-süsslich und sehr erfrischend.

Schälen
Die mindestens 1 cm dicke Schale kann wie bei einer Orange abgezogen werden. Die sehr bittere, dünne, weisse Haut (Endokarp) der einzelnen Spalten (Segmente) ist zur Mitte hin meistens offen, so dass diese leicht entfernt werden kann. Die so genannten Saftschläuche in den Segmenten platzen beim Auslösen nicht.
Eine weitere Methode ist das Filetieren, wie wir dies bei anderen Zitrusfrüchten kennen. Siehe hier: «Orangen filetieren».

Für Pomelo-Salat
gibt es in Thailand verschiedene Zubereitungsarten: einfach und ohne weitere Zutaten, mit oder ohne Crevetten, mit Erdnüssen oder Cashewkernen.
Ich mag nachstehende Art mit Kokosraspeln sehr gerne.

Die Zubereitung
geschieht mit Vorteil in einem Wok: dank dem runden Boden hat man für alle Schritte (kleine bis grosse Menge) stets die passende Pfannengrösse!



POMELO-SALAT MIT CREVETTEN

ยำส้มโอกุ้ง
Yam som-oh guung
2 Portionen, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren
4 Portionen als Vorspeise 

Einkaufsliste zum Ausdrucken



1 EL kleine Crevetten, geschält, getrocknet
     in einem Schüsselchen mit kochendem Wasser übergiessen, ziehen lassen.

THAI-DRESSING:
1 Büschelchen Koriander
     Blättchen abzupfen, beiseitestellen. Wurzel samt Stängeln fein hacken.

1 EL Limettensaft (15 ml, Limettenpresse!)
3/4 EL Fischsauce 

1/2 EL Palmzuckersirup (oder 1 TL Zucker)
1–2 Chilischoten, entkernt, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt

     samt dem gehackten Koriander in einer mittelgrossen Schüssel gut verquirlen.

1 Pomelo, ca. 1 kg
     schälen (siehe oben), die Spalten aus den weissen Häutchen lösen (= ca. 450 g), in grobe Stücke zupfen, mit dem Dressing mischen.

50 g Kokosraspel, frisch (siehe auch Tipp!)
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett unter fleissigem Wenden goldbraun rösten. Beiseitestellen.

1/2 EL Reisöl
30 g Erdnüsse, ungeröstet

     Erdnüsse im Öl goldbraun rösten. Herausheben, grob hacken oder im Mörser grob zerstossen (bereits geröstet gekaufte Nüsse nur noch zerstossen), beiseitestellen.

1 Schalotte (15 g), in Lamellen
     in der selben Pfanne knusprig rösten (allenfalls noch etwas Öl beigeben).
     Herausheben, beiseitestellen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

FERTIGSTELLEN:
1 Schalotte (15 g)
     in dünne Ringe hobeln (Trüffelhobel!).
     Eingeweichte Crevetten gut abtropfen, samt Schalottenringen, 3/4 der Kokosraspel und der Hälfte der Erdnüsse mit dem Salat mischen.

100 g Mungbohnensprossen (Sojasprossen) 
     im verbleibenden Öl der Schalotten auf grossem Feuer sehr kurz und unter stetigem Wenden braten, bis die Sprossen leicht Farbe annehmen, jedoch noch nicht zusammenfallen.
     Auf 2 Tellern verteilen.

150 g Crevetten «Tail-on»
1 TL Reisöl

     beidseitig nur so lange braten, bis sie eine orange-rote Farbe annehmen.
     Mit dem Salat mischen, auf den Sprossen anrichten.
     Restliche Kokosraspel, Erdnüsse und knusprige Schalottenstreifen samt den zurückbehaltenen Korianderblättchen darüber streuen.

     In Thailand werden Salate dieser Art stets mit Reis gegessen.

mittelscharf

Tipps:
  • in Thailand sind auch bereits geschälte Pomelo-Spalten abgepackt erhältlich  
  • anstelle von frisch geriebenem Kokosfleisch können auch 25 g getrocknete Kokosraspel verwendet werden
  • es sei wieder einmal erwähnt, dass nicht die attraktiven, grünen Limetten, sondern die hässlichen, gelblichen am meisten Saft liefern! 😎